Die Identifizierung quartärer Gletscherrefugien war im letzten Jahrhundert ein Schwerpunkt biogeografischer Forschungsanstrengungen. Das Konzept der Refugien geht von einer Verringerung des Verbreitungsgebiets der Arten in einem bestimmten geografischen Gebiet und einer Verringerung ihrer Häufigkeit aufgrund ungünstiger Umweltbedingungen aus. Die Balkanhalbinsel ist eines der drei eiszeitlichen Refugien Südeuropas, in denen die Biodiversität während des klimatisch instabilen Quartärs erhalten blieb.

In einer kürzlich in AoBP veröffentlichten Studie Glasnovic et al. kombinierte Artenvorkommensdaten mit aktuellen und letzten glazialen maximalen Umweltbedingungen. Sie koppelten dies mit einer räumlichen Analyse der phänotypischen Plastizität floraler Merkmale, um die komplizierten biogeografischen Muster der endemischen Pflanze aufzudecken Edraianthus tenuifolius innerhalb der Balkanhalbinsel. Die Art zeigte Muster der geografischen Variation, die das Konzept „Refugien innerhalb von Refugien“ stark unterstützen, das von einer zeitlichen und räumlichen Heterogenität der Umwelt innerhalb größerer Refugien ausgeht. Sowohl die Modellierung von Umweltnischen als auch die geografische Variabilität morphologischer Merkmale deuteten auf eine räumliche Unterteilung hin, was auf das potenzielle Vorhandensein von zwei separaten Refugien während des LGM hinweist. Die Ergebnisse dieser Arbeit unterstützen die Ergebnisse früherer Studien, die Rückzugsgebiete für thermophytische Pflanzentaxa während der Gletscherereignisse des Pleistozäns erkannten. Die Erkennung von Gebieten, die potenzielle Eiszeit-Refugien darstellen, ist jedoch nur der Anfang, um Biodiversitätsprozesse auf geografischer Ebene zu verstehen. Weitere Anstrengungen sind nun erforderlich, um die Mechanismen anzugehen, die in der jüngeren Erdgeschichte zur heutigen Vielfalt in Bezug auf Umweltveränderungen und ökologische Prozesse geführt haben.
Forscher-Highlight

Peter Glasnović ist ein begeisterter Botaniker, der 2006 einen BSc in Biologie und Chemie von der Universität Ljubljana, Slowenien, erhielt. 2017 promovierte er in Biogeographie an der Universität Primorska, Slowenien, unter der Leitung von Professor Boštjan Surina und Professor Valentina Brečko Grubar.
Peter arbeitet derzeit als Assistent an der Fakultät für Mathematik, Naturwissenschaften und Informationstechnologien der Universität Primorska, Slowenien. Er ist an Kursen zu Systematischer Botanik, Biogeographie und GIS beteiligt. Seine wissenschaftlichen Interessen sind Pflanzenbiologie und geografische Muster der Pflanzenvielfalt im Mittelmeerraum und auf der Balkanhalbinsel.
