Wie holt man das meiste Holz aus einem Wald? Für den kommerziellen Gebrauch können Sie erwarten, dass Monokulturen gut sind, sodass Sie von jedem Baum das gleiche Holz erhalten. In einer neuen Studie Pretzsch und Schütze prüfen die Alternative anhand eines Artenmixes.
Es gibt einige offensichtliche Vorteile für gemischte Arten in einem Wald. Zum Beispiel wird der Insektenbefall reduziert, wenn es eine Artenmischung gibt, da sich Insekten oft darauf spezialisieren, eine Baumart anzugreifen. Es gibt auch einige Hinweise darauf, dass das Baumwachstum dichter, widerstandsfähiger gegen Trockenheit und effizienter in der Ressourcennutzung sein kann.

Für einen kommerziellen Wald gibt es einen Kompromiss darin, wie Sie die Bäume anbauen. Platzieren Sie sie weiter auseinander, und Sie erhalten größere Stammdurchmesser. Pflanzen Sie sie näher zusammen, und Sie erhalten mehr Bäume pro Flächeneinheit, aber die Bäume sind weniger wahrscheinlich von hoher Qualität. Bei gemischten Beständen scheint es möglich zu sein, Bäume dichter zu pflanzen, ohne den Stammdurchmesser so stark zu beeinflussen. Dies scheint Ihnen mehr und größere Bäume in derselben Gegend zu geben. Wie Pretzsch und Schütze betonen, sind die Beweise jedoch lückenhaft.
Die Autoren analysierten 63 Parzellen mit den Artenkombinationen (1) Gemeine Fichte/Rotbuche, (2) Gemeine Fichte/Weißtanne/Rotbuche, (3) Gemeine Fichte/Waldkiefer, (4) Waldkiefer/Rotbuche, ( 5) Traubeneiche/Europäische Buche und (6) Europäische Esche/Bergahorn. Diese verglichen sie mit Monokulturbeständen. Aus diesen Ergebnissen konnten die Wissenschaftler dann Modelle der Beziehung zwischen Höhe, Stammdurchmesser und Alter erstellen.
Die Autoren fanden Bestandsproduktivitätsgewinne von 7–53 % von gemischten gegenüber monospezifischen Beständen, die sich über die gesamte Rotation fortsetzten. Unterschiedliche Mischungen hatten jedoch unterschiedliche Verbesserungen gegenüber Monokulturbeständen.
Die Autoren stellten fest, dass die Produktivitätssteigerung im Fall von Rotfichte/Weißtanne/Rotbuche und Traubeneiche/Rotbuche hauptsächlich auf einer Dichtesteigerung beruhte und bei gleicher Bestandsdichte auf einer effizienteren Ressourcennutzung beruhte bei Waldkiefer/Rotbuche und Esche/Bergahorn.
Pretzsch und Schütze argumentieren, dass der Dichteeffekt nicht vom Standort, sondern von der strukturellen Artenkomplementarität abhängt. Für die in dieser Studie untersuchten gängigen Mischungen zeigen die Ergebnisse, dass eine Ausdünnung zur Beschleunigung des Stammwachstums eine geringere Dichtereduktion erfordert und weniger Bestandswachstumsverluste verursacht als in Monokulturen.
Pretzsch und Schütze schließen mit der Feststellung: „Die starken positiven Auswirkungen von Artenmischung und Bestandesstruktur auf das Baum- und Bestandeswachstum legen ein Forschungspotential für die Zukunft nahe. Diese Studie liefert verschiedene neue Ansatzpunkte zum besseren Verständnis, zur Gestaltung und zur waldbaulichen Steuerung und nutzt die Vorteile von gemischten gegenüber monospezifischen Beständen. Die wesentliche 3-D-Struktur kann besser und kostengünstiger sein, wie T-LiDAR in bestehenden und neu etablierten Experimenten gemessen hat. Das artspezifische Verhalten legt die Vermeidung voreiliger artübergreifender Verallgemeinerungen nahe. Die Differenzierung zwischen Dichte- und Effizienzeffekten bietet vielversprechende Ansatzpunkte für weitere kausale Analysen und die Modellierung von Mischungseffekten in Abhängigkeit von Standortbedingungen.“
FORSCHUNGSARTIKEL
Pretzsch, H., Schütze, G., 2021. Die Mischung von Baumarten kann Bestandsproduktivität, Dichte und Wachstumseffizienz erhöhen und den Kompromiss zwischen Dichte und Wachstum während der gesamten Fruchtfolge abschwächen. Annals of Botany. https://doi.org/10.1093/aob/mcab077
