Die Photosynthese ist der Haupttreiber des Getreideertrags bei landwirtschaftlichen Nutzpflanzenarten, sodass die Reduzierung jeglicher Beschränkungen für photosynthetische Prozesse in diesen Pflanzen den Ertrag verbessern und zur zukünftigen Ernährungssicherheit beitragen könnte. Diffusion von CO2 aus der Luft zum Ort der Carboxylierung gilt als einer der wichtigsten limitierenden Faktoren für die Photosynthese in C3 Spezies. Nach Eintritt in das Blatt durch die Stomata, CO2 Moleküle müssen durch die Mesophyllzelle diffundieren, um die Chloroplasten zu erreichen. Dieser Diffusionsweg umfasst anatomische und biochemische Komponenten und wird als Mesophyllleitfähigkeit bezeichnet. Von den vielen anatomischen Merkmalen, die sich auf die Mesophyll-Leitfähigkeit beziehen, ist die Dicke der Zellwände besonders wichtig, die fast die Hälfte des gesamten Mesophyll-Diffusionswiderstands ausmacht. Studien haben gezeigt, dass Blätter mit dickeren Zellwänden typischerweise eine höhere Blattmasse pro Fläche (LMA) aufweisen. Es besteht jedoch kein Konsens darüber, ob die Mesophyllleitfähigkeit durch Unterschiede in der Blattstruktur und Anatomie beeinflusst wird oder ob dies innerhalb der Arten variiert.

In ihrer neuen Studie veröffentlicht in AoBP, Ye et al. berichten, dass Reispflanzen mit hohem LMA mehr Blattmasse in die Zellwände investieren und eine niedrige Mesophyllleitfähigkeit besitzen, was die Photosynthese einschränkt. Die Blattdicke und nicht die Blattdichte ist der Hauptfaktor für den Unterschied in der LMA. Mit zunehmender Blattdicke wird die Oberfläche der Mesophyllzellen (und der Chloroplasten in ihnen), die den interzellulären Lufträumen ausgesetzt sind, erhöht, jedoch wird auch die Dicke der Zellwände erhöht. Es wurde festgestellt, dass Zellwandverbindungen den Großteil der Blatttrockenmasse in Reisblättern ausmachen. Die Autoren fanden in ihrer Studie signifikante Unterschiede zwischen Reis-Genotypen, einschließlich eines Genotyps mit dicken Zellwänden und einer hohen Mesophyll-Leitfähigkeit, und schlagen vor, dass zukünftige Studien diese intraspezifische Variation detaillierter untersuchen.
