Jhaveri und seine Kollegen untersuchten, wie Setzlinge in Indiens Regenwäldern auf Trockenperioden reagieren und welche unterschiedlichen Merkmale solche Reaktionen erklären könnten. Interessanterweise stellte das Team fest, dass anatomische Merkmale wie Xylemdurchmesser und Stomatadichte waren die beste Erklärung für das Überleben von Dürren
Die Forscher züchteten Setzlinge von 16 Baumarten in einem Gewächshaus und simulierten dabei sowohl normale als auch Dürrebedingungen. Sie maßen verschiedene Pflanzenmerkmale und überwachten, wie gut sich die Setzlinge entwickelten, indem sie ihr Wachstum, ihr Überleben und ihre Fähigkeit zur Photosynthese verfolgten.
Überraschenderweise waren allgemein verwendete Merkmale wie Blattdicke und -masse nicht die besten Prädiktoren für die Reaktion von Pflanzen auf Dürre. Stattdessen lieferten die Größe des Xylems – des Gewebes, das als Wasserleitungen fungiert – und der Stomata – der Blattporen, die den Gasaustausch ermöglichen – bessere Informationen. So waren beispielsweise Setzlinge mit kleinerem Xylem und kleineren Stomata sowohl hinsichtlich des Wachstums als auch des Überlebens weniger von Dürre betroffen.
Frühere Studien konzentrierten sich häufig auf leicht messbare Merkmale. Diese Forschung unterstreicht die Bedeutung der Untersuchung innerer Strukturen, die den Wasserverbrauch direkt steuern, und liefert wichtige Beweise dafür, dass diese anatomischen Merkmale der Schlüssel zur Vorhersage sein könnten, wie verschiedene Baumarten mit dem Klimawandel zurechtkommen.
Jhaveri, R., Cannanbilla, L., Bhat, KSA, Sankaran, M. & Krishnadas, M. (2024). Anatomische Merkmale erklären die Trockenheitsreaktion von Sämlingen aus feuchten Tropenwäldern.Ecology and Evolution, 14 (19), e70155. https://doi.org/10.1002/ece3.70155 (OA)
