Die Kenntnis der Pflanzenarchitektur ermöglicht die retrospektive Untersuchung der Pflanzenentwicklung, und durch Modellierung und Simulation kann diese Entwicklung mit Umweltbeschränkungen verknüpft und Reaktionen auf globale Veränderungen vorhergesagt werden. In einer kürzlich in AoBP veröffentlichten Studie Buissart et al. zielte darauf ab, einige der wichtigsten endogenen (ontogen, topologischen) und exogenen (Klima, Standortbedingungen) Variablen zu bestimmen, die die architektonische Entwicklung von drei nordamerikanischen Nadelbäumen (Picea mariana; Pinus Banksianaeschriebenen Art und Weise; und Pinus strobus).

Eine partielle Regressionsanalyse der kleinsten Quadrate wurde verwendet, um zu erklären, wie architektonische Merkmale (jährliche Trieblänge, Nadellänge, Verzweigungsmuster und Fortpflanzungsorgane) durch topologische, ontogene und klimatische Variablen beeinflusst werden. Die Ergebnisse dieser Analyse zeigten, dass die Entwicklung der Baumkrone und die Fortpflanzung hauptsächlich durch die jährliche Trieblänge und durch Variablen im Zusammenhang mit der Asttopologie (Verzweigungsreihenfolge, relative Wuchskraft) und der Ontogenese (Baumalter, ontogenes Triebalter) gesteuert wurden. Das Gesamtgewicht der Klimavariabilität war im Vergleich zu diesen Faktoren schwächer und zwischen den untersuchten Arten unterschiedlich. Die architektonische Entwicklung der Baumkrone als Ganzes war jedoch für die untersuchten Arten eindeutig abhängig von der zwischenjährlichen Klimavariabilität. Die Ergebnisse dieser Studie können helfen, die Zukunft dieser Arten im Kontext des Klimawandels besser abzuschätzen, insbesondere durch ein besseres Verständnis der Wechselwirkungen zwischen exogenen (Klima- und Standortbedingungen) und endogenen Faktoren (Ontogenese, Topologie).
Forscher-Highlight

Michel Vennetier wurde zunächst als Forstingenieur ausgebildet und promovierte dann in Waldökologie an der Universität Marseille (Frankreich). Von 1978 bis 1981 arbeitete er zunächst als Forscher in der Tropenforstwirtschaft in Südindien und der Elfenbeinküste und bis 1987 als Forstbeamter im Nordosten Frankreichs. Anschließend leitete er die Forschungs- und Entwicklungsabteilung für Tropenwälder für den französischen Staatsforst Büro mit Sitz in Martinique (Westindien).
Seit 1996 arbeitet Michel am Department of Territories, National Research Institute of Science and Technology for Environment and Agriculture, mit dem Ziel, Forstforschung und -management durch wissenschaftliche Arbeiten und technische Leitfäden, praktische Werkzeuge und Schulungen für Forstmanager zu verbinden oder Entscheider. Seine wichtigsten aktuellen Projekte beziehen sich auf die Auswirkungen des Klimawandels auf Bäume (Wachstum, architektonische Entwicklung, Phänologie, Pathologie) und Wald- oder Uferökosysteme (Produktivität, Biodiversität und Gesundheit – Rückgang und Absterben, Bodenqualität und Wechselwirkungen mit Waldbränden).
