Die Blütezeit verschiebt sich mit dem Klimawandel. Bestäuber reagieren möglicherweise anders auf Temperatur- und Feuchtigkeitsänderungen als die Blumen, die sie besuchen, was zu einer phänologischen Diskrepanz zwischen den Arten führt. Die Bewertung des Potenzials für solche Fehlpaarungen erfordert ein Verständnis der Umweltfaktoren, die die Blüte- und Bestäuberaktivität auslösen. Der biologische Kontext ist der Schlüssel zur Bestimmung spezifischer Auswirkungen des Klimawandels, und daher ist es wichtig, Mutualismen mit Bestäubern verschiedener Nistbiologien zu untersuchen.

Eine aktuelle Studie von Olliff-Yang & Mesler, veröffentlicht in AoBPkonzentrierte sich auf die Phänologie einer mehrjährigen Pflanze und ihres Hauptbestäubers, die beide in den Küstendünen im Nordwesten Kaliforniens beheimatet sind: die seidige Stranderbse (Lathyrus littoralis) und die bodenbrütende Silberbiene (Habropoda miserabilis). Die Autoren maßen die aktuelle phänologische Überlappung zwischen den beiden Arten und nutzten die lokale feinskalige räumliche Variation des Zeitpunkts der Blüte und der Nistaktivität der Bienen, um Vorhersagemodelle für den Zeitpunkt der Blüte und der Flugzeit zu entwickeln, die auf Schwankungen der Bodentemperatur und -feuchtigkeit basieren. Die Temperatur war der beste Indikator sowohl für die Blüte als auch für die Bienenaktivität, obwohl auch die Bodenfeuchtigkeit einen signifikanten Einfluss hatte. Es wurde festgestellt, dass die Nistzeit der Bienen empfindlicher auf Temperaturänderungen reagiert als die Blütezeit, was darauf hindeutet, dass die Lebenszyklen der beiden Arten in einem sich erwärmenden Klima unterschiedlich schnell voranschreiten können. Obwohl die derzeitige phänologische Überlappung zwischen den beiden Arten hoch ist, könnte diese unterschiedliche Reaktion auf die Temperatur zu einer zukünftigen Diskrepanz führen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Nistbiologie entscheidend für die Bestimmung der Auswirkungen des Klimawandels auf die Beziehung zwischen Pflanze und Bestäuber sein kann, da bodennistende Bienen anders reagieren als andere Bienenarten. Darüber hinaus zeigt diese Arbeit den Wert der Untersuchung von Bienenarten, die in Ansammlungen nisten, um die Phänologie bodennistender Bienen zu verstehen.
Forscher-Highlight

Rachel Olliff Yang erhielt 2012 einen BS in Umwelt- und Ressourcenwissenschaften von der University of California Davis und 2014 einen MS-Abschluss in Biologie. Derzeit ist sie Doktorandin in Integrativer Biologie an der University of California Berkeley unter der Leitung von Dr. David Ackerly. Sie ist außerdem Mitgliedsvorsitzende der California Botanical Society, wo sie daran arbeitet, das Gebiet der Botanik zu fördern und andere junge Botaniker zu unterstützen.
Rachael ist Pflanzenökologin und interessiert sich für das Timing von Ereignissen im Pflanzenlebenszyklus und dafür, wie sich Verschiebungen bei Ereignissen wie Blüte und Fruchtbildung aufgrund des Klimawandels auf die Wechselwirkungen zwischen Pflanzen und Tieren auswirken. Derzeit untersucht sie Schutzstrategien, um die Auswirkungen des Klimawandels auf die Wechselwirkungen zwischen Pflanzen und Tieren zu mildern.
