Studien zeigen, dass Gärtnern oft Bestäuber und Biodiversität am Herzen liegen. Warum sind Gärten dann eine so ergiebige Quelle potenziell invasiver Pflanzen? Forschungen von Cecilia Palmér und ihren Kollegen zeigen, dass ein Grund darin liegt, dass die gängige Naturschutzbotschaft – keine fremden Arten pflanzen – … hat keinen Bezug dazu, wie Gärtner tatsächlich Pflanzen auswählen..
Ein Wissenschaftlerteam befragte 743 Gärtner in drei Klimazonen Schwedens. Da über die Hälfte der schwedischen Bevölkerung einen Garten besitzt, stellt dies eine potenziell große Zielgruppe für schwedische Naturschützer dar. Die Forscher fanden heraus, worauf Gärtner bei Pflanzen Wert legen – und das Ergebnis entsprach nicht den Erwartungen der Naturschützer.
Gärtner legen Wert auf Ästhetik, Robustheit und Standorttauglichkeit. Sie wünschen sich eine Pflanze, die in ihrem Garten gedeiht. Überraschenderweise spielte die Herkunft kaum eine Rolle. Für den durchschnittlichen Gärtner war ein ausländischer Ursprung völlig irrelevant.
Gärtner lernen jedoch aus Erfahrung. Wer bereits invasive Arten im Garten hatte, wusste in der Regel, wie sich diese Pflanzen ausbreiten. Dies galt insbesondere für Gärtner mit Pflanzen, die sichtbare Wurzelausläufer, die Art von Ausbreitung, die man direkt vor den eigenen Augen beobachten kann.
Gärtner waren mit dem Jäten von Hand und dem Ausgraben zur Pflanzenbekämpfung vertraut. Das Team stellte jedoch fest, dass andere Methoden So werden beispielsweise Bodendecker und Warmwasser zu wenig genutzt, weil die Leute nicht wissen, dass sich der Aufwand lohnt.
Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass die Aufforderung an Gärtner, keine gebietsfremden Arten anzupflanzen, am Kern der Sache vorbeigeht. Stattdessen schlagen Palmér und Kollegen vor, sich auf spezifische Problemarten und praktische Bekämpfungsmethoden zu konzentrieren, anstatt auf deren Ursprung.
Diese Botschaft wird in den kommenden Jahren von entscheidender Bedeutung sein. Die Autoren schreiben: „Eine Risikobewertung invasiver Arten in Schweden zeigt, dass mindestens 255 Pflanzenarten innerhalb der nächsten 50 Jahre invasiv werden könnten.“ Der Klimawandel wird die Ausbreitung invasiver Pflanzen massiv beschleunigen. Eine Nation von Gärtnern mit Erfahrung im Umgang mit diesen Pflanzen könnte hier einen entscheidenden Unterschied machen.
LESEN SIE DEN ARTIKEL
Palmér, C., Wallin, A., Persson, J.und Blennow, K. (2025) Gartenbauliche Praktiken im Umgang mit invasiven Pflanzen: Einblicke in Prioritäten, Bewusstsein und Management unter Gartenbesitzern. Biologische Invasionen, 27(11). Verfügbar um: https://doi.org/10.1007/s10530-025-03705-2.
Titelbild: Frau mit Handschuhen pflanzt Setzling von Greta Hoffman von Pexels
