
Im Pflanzenreich garantiert große Größe nicht immer „Erfolg“. Nehmen wir zum Beispiel Bäume: Bei all ihrer Schönheit und enormen Größe erreichen sie nicht immer die Höhen, die ihre Statur anstreben könnte; Sie werden von einem bekannten und anerkannten in Schach gehalten BaumgrenzeDie alpine Baumgrenze zwischen 30° nördlicher und 20° südlicher Breite liegt beispielsweise konstant bei 3500–4000 m. Doch einige kühne und unternehmungslustige – wenn auch ansonsten kleine und scheinbar unbedeutende – Kräuter können diese Grenze deutlich erhöhen. Ein neuer europäischer Rekord wurde vermutlich aufgestellt von Saxifraga oppositifolia auf 4505 m (14 780 Fuß) auf dem Dom de Mischabel in der Schweizer Alpen, berichtet von Christian Körner von der Universität Basel (Schweiz) in der entsprechend betitelten Zeitschrift Alpine Botanik (2011Die enorme Leistung des Steinbrechs lässt sich an den regelmäßig herrschenden Nachttemperaturen unter 0 °C, den Wintertemperaturen von bis zu –20.9 °C (!) und der Durchschnittstemperatur während der Vegetationsperiode von nur +2.6 °C ablesen. Im Gegensatz dazu kann der Sommer subtropische +18.1 °C erreichen. Um aus dem Artikel zu zitieren: „Diese Daten veranschaulichen die Lebensbedingungen an dem möglicherweise kältesten Ort für Blütenpflanzen auf der Erde.“ Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass an diesem Standort neben den Blütenpflanzen auch andere Lebensformen gefunden wurden (jedoch keine Bäume!). Wie beim Menschen hat das Leben in der Höhe jedoch auch seine Schattenseiten, da die Samen alpiner Pflanzen offenbar eine kürzere Lebensdauer haben als die von Tieflandpflanzen. Andrea Mondoni et al. (Annals of Botany, 2011.) kommen zu dem Schluss: „Die langfristige Saatgutkonservierung mehrerer alpiner Arten mit konventionellen Saatgutbankmethoden wird problematisch sein“.
