Orchideen sind aufgrund ihrer engen Verbreitung in sekundär-sukzessiven Lebensräumen besonders empfindlich gegenüber Umweltveränderungen und teilweise kryptisch, was die Beobachtung während des Monitorings erschwert. Hier Vogt-Schilb et al. untersuchten, wie sich Lebensraumänderungen auf die räumlich-zeitliche Verteilung von Orchideen auf Korsika auswirken können, wobei eine unvollkommene Erkennung berücksichtigt wurde.

Orchidee
Keine Orchidee auf Korsika. Foto: Rick McCharles. (Siehe Kommentar)

Zwei Felduntersuchungen, die im Abstand von 27 Jahren (1982–1984 vs. 2009–2011) an denselben 45 Standorten auf Korsika durchgeführt wurden, zeigen kontrastierende Muster in der Orchideendynamik auf unterschiedlichen räumlichen Maßstäben; Während lokal ein deutlicher Wechsel der Artenzusammensetzung festgestellt wurde, blieb der regionale Artenpool trotz einer allgemeinen Zunahme der Gehölzbedeckung erhalten. Die bestehenden Landschaftsmosaike verschiedener Ökologien bewahren die Vielfalt in größeren räumlichen Maßstäben. Darüber hinaus zeigte die Studie große Unterschiede in der Nachweisbarkeit zwischen Orchideenarten und bestätigte somit die Relevanz von Standortbelegungsmodellen, die eine unvollständige Erkennung berücksichtigen.