
Stomastruktur ist bei Landpflanzen hoch konserviert – ein symmetrisches Paar spezialisierter Schließzellen begrenzt eine zentrale Pore. Aus entwicklungsbiologischer Sicht unterscheidet sich jedoch die Musterung des Stomata-Komplexes (das Stoma und benachbarte Zellen) zwischen den Taxa. Die meisten Hypothesen zur Stomata-Evolution bei Angiospermen basieren auf vergleichenden Studien an reifen Stomata sowohl vorhandener als auch fossiler Taxa, wobei der Schwerpunkt auf drei weithin anerkannten Stomata-Typen liegt – anomozytisch, parazytisch und stephanozytisch – die sich in der Musterung ihrer Nachbarzellen unterscheiden.
Das Verständnis von Evolutionswegen erfordert einen expliziteren phylogenetischen Kontext als allzu vereinfachende Vergleiche zwischen Dikotyledonen (einer nicht-monophyletischen Gruppe) und Monokotyledonen. Solche Vergleiche werden am häufigsten durch die Modellorganismen veranschaulicht Arabidopsis bzw. Reis. Ein aktueller Artikel in Annals of Botany präsentiert eine neuartige ultrastrukturelle Studie zur Entwicklung von Stomata in Blättern von Amborella (Amborellales), Nymphaea und Kabomba (Nymphaeales) und Austrobaileya und Schisandra (Austrobaileyales), die die drei am frühesten divergierenden Linien vorhandener Angiospermen darstellen. Die Autoren zeigen, dass ähnliche reife Stomata-Phänotypen aus gegensätzlichen morphogenetischen Faktoren resultieren können. Der Verlust asymmetrischer Teilungen in der Entwicklung der Stomata könnte ein bedeutender Faktor in der Landpflanzenevolution sein, mit Auswirkungen auf die Diversität wichtiger struktureller und physiologischer Wege.
