Bei Bäumen ist der Kompromiss zwischen Blattzahl und individueller Blattgröße an Trieben des laufenden Jahres (Zweige) entscheidend für das Abfangen von Licht. Diese Beziehung hat Auswirkungen auf die Energiebilanz der Blätter sowie auf die Kohlenstoffaufnahme auf der Ebene der gesamten Pflanze. Frühere Studien haben gezeigt, dass es für Pflanzen vorteilhaft ist, kleinere, aber zahlreichere Blätter zu haben. Dies liegt daran, dass diese Blätter zur Erhaltung der Achselknospen beitragen. Mit anderen Worten, je mehr Blätter, desto mehr Knospen. Es wurden jedoch große Unterschiede in der Blattgröße und -anzahl zwischen und innerhalb der Arten beobachtet, und daher bleibt die theoretische Grundlage für den Kompromiss zwischen Blattgröße und -anzahl weiterhin schwer fassbar.

In einer kürzlich veröffentlichten Studie in AoBP, Sun et al. präsentieren ein Modell (Stamm-Blatt-Wachstumshypothese, SLGH), um eine theoretische Erklärung für den Kompromiss zwischen der maximalen Blattgröße und der Belaubungsintensität zu liefern. Die Autoren fanden heraus, dass die Skalierungsexponenten der maximalen Blattgröße gegenüber der Belaubungsintensität fast nahe bei -1.0 liegen und unempfindlich gegenüber Waldtypen und unterschiedlichen Höhen sind. Diese Ergebnisse liefern erfolgreich eine allgemeine Erklärung für diesen Kompromiss als Folge mechanisch-hydraulischer Beschränkungen der Stängel- und Blattwachstumsraten. Die Autoren schlagen vor, dass zukünftige Arbeiten dieses Modell weiter testen sollten, indem Daten von verschiedenen Pflanzenfamilien und Artengruppen verglichen werden.
Forscher-Highlight

Jun Sun promovierte in Ökologie an der Fujian Normal University, China und schloss ihn im September 2018 ab. Jun ist derzeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Professor Dongliang Cheng am College of Geography Sciences der Fujian Normal University tätig.
Juns wissenschaftliche Interessen konzentrieren sich auf die Evolutionsökologie, insbesondere auf funktionelle Merkmale von Pflanzen in Bezug auf Umweltveränderungen. Vor kurzem hat er versucht, traditionelle Strategietheorien der Pflanzenlebensgeschichte und allometrische Wachstumsgesetze miteinander zu verknüpfen, um einen grundlegenden Mechanismus zu erforschen, der evolutionären Strategien von Pflanzen zugrunde liegt. Er interessiert sich auch für die Verknüpfung von Pflanzenmerkmalen, die den Kohlenstofffluss im Waldboden modulieren, und wie Prozesse des Nährstoffkreislaufs, wie z. B. löslicher organischer Kohlenstoff und Stickstoff in der Streu, die Abbauraten organischer Substanz im Boden stimulieren.
