Dreidimensionale Volumendarstellung eines Samens von Calathea inocephala (Marantaceae) mit dem Perispermkanal – ein einzigartiges Merkmal dieser Familie – digital seziert (in grün) und von einem J-förmigen Embryo umschlossen. Bildquelle: JC Benedict & SY Smith.
Die Bananen- und Ingwergruppe, Ordnung Zingiberales, ist eine außergewöhnlich vielfältige Gruppe vorwiegend tropischer Pflanzen. Innerhalb der Zingiberales ist die Familie der Ingwergewächse (Zingiberaceae) einzigartig, da sie nicht nur die artenreichste, sondern auch hinsichtlich ihrer Morphologie und Anatomie am unterschiedlichsten ist und die einzige Gruppe mit einer beträchtlichen Artenzahl in gemäßigten Umgebungen ist. In einer aktuellen Studie veröffentlicht in AoB PLANTS, Benedikt et al. fanden heraus, dass mehrfache Ausstrahlungen in gemäßigte Lebensräume nicht durch morphologische Veränderungen verursacht wurden, sondern möglicherweise auf eine genetische Plastizität in der Familie zurückzuführen sind, die Möglichkeiten für Artbildungsereignisse bot, die nirgendwo sonst in der Ordnung zu finden sind. Tatsächlich kann die bemerkenswerte morphoanatomische Vielfalt der Zingiberaceae-Samen für ihren außergewöhnlichen ökologischen Erfolg und die hohe Artenvielfalt im Vergleich zu anderen Zingiberales verantwortlich sein.
Samenanatomie der Lowiaceae. (A, E–F, J–K, O): Lichtmikroskopische Aufnahmen; (B–C, G–H, L–M): Digitale Längsschnitte (SRTXM); (D, I, N): Digitale Querschnitte (SRTXM). (A–E) Orchidantha maxillarioides. (A) Übersicht eines hellbraunen, mit Trichomen bedeckten Samens mit einem zweisträngigen, dick gelappten Arillus (a). (B) Innere Morphologie mit Embryo (em) und Endosperm (es). (C) Mikropylarregion mit Arillus (a), mehrschichtigem Operculum (o), Hilusrand (hr) von Mesotesta und Exotesta, Embryo (em) und Endosperm (es). (D) Samenschale mit isodiametrischer Exotesta (ex), Mesotesta (m) aus zwei Zelltypen und länglicher, sklerenchymatischer Endotesta (en). (E) Detail der gestreiften Samenoberfläche mit zahlreichen Trichomen (eines am Pfeil). (F–J) Orchidantha sabahensis. (F) Übersicht eines hellbraunen Samens mit dickem, gelapptem Arillus (a). (G) Innere Morphologie mit Embryo (em) und Endosperm (es). (H) Mikropylarregion mit einschichtigem Operculum (o), Hilusrand (hr) von Exotesta und Mesotesta sowie Arillus (a). (I) Samenschale mit isodiametrischer Exotesta (ex), Mesotesta (m) aus zwei Zelltypen und länglicher, sklerenchymatischer Endotesta (en). (J) Detail der gestreiften und warzigen Samenoberfläche mit Trichomen (Pfeil). (K–O) Orchidantha vietnamica. (K) Übersicht eines hellbraunen Samens. (L) Innere Morphologie; kein Embryo oder Nährgewebe vorhanden. (M) Mikropylarregion mit Hilusrand (hr) aus Exotesta und Mesotesta sowie einschichtigem Operculum (o). (N) Samenschale mit isodiametrischer Exotesta (ex), Mesotesta (m) und Endotesta (en) aus länglichem Sklerenchym. (O) Detail der gestreiften und warzigen Samenoberfläche mit Trichomen. * kennzeichnet Einbettungskleber und/oder Probenhalter. Maßstabsbalken: A, F, G, K = 1 mm; B, H, L, M = 500 µm; C, E, J, O = 250 µm; D, I, N = 100 µm. Abbildung: Benedict et al. (2016)