Der Verlust der Struktur und Vielfalt der Pflanzengemeinschaft im Unterholz wurde jahrzehntelangem Übergrasen durch Weißwedelhirsche zugeschrieben (Odocoileus virginanus). Experimente zum Ausschluss von Hirschen haben diese Theorie gestützt, doch selbst in Abwesenheit von Hirschen erholen sich einige Arten nicht. Die Forschung zeigt, dass die Erholung von verbissempfindlichen Arten, insbesondere lila Waldkräutern und Baumsetzlingen, in Gebieten, die von verbissresistenter Vegetation dominiert werden, oft langsam oder unzureichend ist, selbst nachdem die Rotwilddichte reduziert wurde. Es ist unklar, warum die Erholung von verbissempfindlichen Arten begrenzt war, aber es ist möglich, dass der Verbissdruck immer noch zu hoch ist oder dass sich die Vegetationsdynamik geändert hat, was zu einem Wettbewerbsvorteil für verbissresistente Arten führt. Dieser Mangel an Erholung wurde als Vermächtniseffekt des Wildverbisses bezeichnet und als „Gespenst der Pflanzenfresser-Vergangenheit“ bezeichnet. Es ist jedoch möglich, dass andere Faktoren die Erholung dieser Pflanzen beeinflussen. Änderungen der Bodenchemie sind ein wahrscheinlicher Kandidat, doch ist wenig über die Reaktion von krautigen Pflanzen, ganz zu schweigen von ganzen Pflanzengemeinschaften, auf Änderungen der Bodenchemie bekannt.

A. Kelly hält eine Mineralbodenprobe von einer Probenahmestelle im Rothrock State Forest bereit, um sie einzusacken. Bildnachweis: M. Antonishak.

In einer kürzlich veröffentlichten Studie in AoBP, Begley-Miller et al. Untersuchen Sie die Lebensfähigkeit der Bodenchemie als alternative Erklärung für einen Mangel an Vegetationserholung in Eichen-Hickory-Wäldern von Pennsylvania. Die Autoren demonstrieren die Bedeutung bodenchemischer Bedingungen (dh Makronährstoffe und potenziell toxische Metalle) bei der Bestimmung des Vorkommens spezifischer Pflanzentaxa in diesen Ökosystemen. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass der Boden eine alternative oder zusätzliche Erklärung für die Auswirkungen der Rotwildvegetation ist. Sie betonen auch, wie problematisch die Verwendung von Phytoindikatoren für den Wildverbiss sein kann, wenn diese Arten auch durch ungünstige Bodenbedingungen eingeschränkt werden. Die Autoren schlagen vor, dass sich zukünftige Studien auf eine längerfristige Überwachung konzentrieren sollten, um die Bedeutung sowohl des Verbisses als auch der Bodenchemie für die Zusammensetzung der Pflanzengemeinschaft besser zu demonstrieren.

Forscher-Highlight

Bildnachweis: teatown.org

Danielle Begley-Miller wuchs im Südwesten von Ohio, USA, auf, wo sie bis zu ihrem Abschluss im Jahr 2011 die Miami University besuchte. Anschließend absolvierte sie einen Master-Abschluss in Biologie an der Wright State University, wo sie bei Dr. Thomas Rooney arbeitete. Ihre Masterarbeit über die Auswirkungen des Äsens von Weißwedelhirschen auf die phylogenetische Vielfalt führte zu ihrer ersten Veröffentlichung in AoB Plants, die 2014 zur Wahl der Redaktion ernannt wurde. Sie setzte ihre Graduiertenarbeit bei Dr. Duane Diefenbach an der Penn State University fort und promovierte 2018 in Wildtier- und Fischereiwissenschaften. Seit ihrem Abschluss ist sie Direktorin für Wissenschaft und Verwaltung am Teatown Lake Reservation, einem gemeinnützigen Naturschutzgebiet und Umweltbildungszentrum im Südosten des Staates New York, USA.

Danielle ist Ökologin für Pflanzengemeinschaften und konzentriert sich auf ökologische Wechselwirkungen und ihre Auswirkungen auf die Landbewirtschaftung. Sie verbrachte ihre gesamte akademische Laufbahn damit, die Auswirkungen des Wildverbisses von Weißwedelhirschen sowohl in landwirtschaftlichen als auch in bewaldeten Umgebungen zu studieren, und ihre Arbeit hat dazu beigetragen, Entscheidungen über das Management von Hirschen für zwei staatliche Behörden zu treffen. In ihrer derzeitigen Rolle betreut Danielle regelmäßig Forschungsprojekte von Highschool- und College-Studenten, bietet Öffentlichkeitsarbeit und Bildungsprogramme an und verwaltet die Landmanagementprioritäten für ein 1,000 Hektar großes Naturschutzgebiet.

Um mehr über die Teatown Lake Reservation und die Arbeit von Danielle dort zu erfahren, besuchen Sie bitte deren Website unter teatown.org.