Wie viel Unterschied macht es wirklich, für Bestäuber zu pflanzen? Barbara Zajdel und Kollegen untersuchten ob kleine Wildblumenbeete in Städten dazu beitragen könnten, bestäubende Insekten zu unterstützen wie Bienen und Schmetterlinge. Sie verglichen zwei Arten von Wiesen in Warschau, Polen: natürliche Wiesen mit einer Fläche von 0.25 bis 2.13 Hektar und kleinere gepflanzte Wildblumenwiesen mit einer Fläche von 0.02 bis 0.27 Hektar. Das entspricht im unteren Bereich gerade einmal 10 x 20 Metern.
Obwohl sie bis zu zehnmal kleiner waren, beherbergten bepflanzte Wiesen insgesamt eine ähnliche Anzahl an Bienen- und Schwebfliegenarten wie natürliche Wiesen – das heißt, sie waren pro Flächeneinheit sogar effektiver. Bei Schmetterlingen zeigten sich jedoch andere Muster. Während es auf natürlichen Wiesen 10 Schmetterlingsarten gab, waren es auf bepflanzten Wiesen 52 Arten und die absolute Anzahl der Schmetterlinge war geringer. Die Forschung ergab, dass die Anzahl der Schmetterlinge mit der Wiesengröße zusammenhing.
Während die Schmetterlingsvielfalt auf bepflanzten Wiesen geringer war, gab es dort immer noch einige seltene Arten wie den Großen Feuerfalter (Lycaena dispar) und der Schwalbenschwanz (Iphiclides podalirius) sogar in Stadtzentren, was zeigt, dass selbst kleine Flächen empfindlichen Arten in städtischen Gebieten Zuflucht bieten. Der Schlüssel scheinen die Pflanzen zu sein. Beide Wiesentypen enthielten ähnliche Arten von Blütenpflanzen, die Bestäuber als Nahrung benötigen, was bestätigt, dass viele Bestäuberarten sie auch in städtischen Gebieten finden und nutzen werden.
Mit dem Wachstum der Städte gehen die natürlichen Lebensräume für Bestäuber in alarmierendem Tempo verloren. Gegen diese Bedrohung bieten städtische Wiesen eine vielversprechende Lösung. In Warschau gibt es sogar „Wiesen-Geldautomaten“, die Anwohnern, die ihre eigenen Bestäuberbeete anlegen möchten, kostenlos Wildblumensamen zur Verfügung stellen. Diese Initiativen sind besonders wertvoll, da die Saatgutmischungen in der Regel einheimische Pflanzenarten enthalten, die die lokalen Bestäuberpopulationen besonders gut unterstützen.
Zajdel Barbara, Dylewski Łukasz, Jojczyk Agata, Weronika Banaszak-Cibicka, Kucharska Kornelia, Borański Mikołaj und Gąbka Jakub. 2024. Gesäte Wildblumenwiesen: Können sie natürliche Wiesen im städtischen Raum für Bienen, Schmetterlinge und Schwebfliegen ersetzen? Ökologische Entomologie. https://doi.org/10.1111/een.13396 ($)
