Sexuelle Fortpflanzung ist bei Orchidaceae üblich, obwohl Apomixis in einigen Gattungen vorkommt, die es ihnen ermöglichen, Samen zu produzieren, die Klone der Mutter sind. Die reproduktive Embryologie mykoheterotropher Pflanzen ist nach wie vor zu wenig erforscht. Krawczyk et al. liefern Beweise für das gleichzeitige Auftreten von sexueller und apomiktischer Fortpflanzung in einer Population mykoheterotropher Pflanzen: Epipogium aphyllum.

Mikromorphologie einer handbestäubten Blüte von Epipogium aphyllum (SEM).
Mikromorphologie einer handbestäubten Blüte von Epipogium aphyllum (SEM). (A,B) Von Papillen gebildete Narbe. (C,D) Gynostemium mit den Massulae am 2. Tag nach der Handbestäubung. (E,F) Gekeimte Pollenkörner, die in Tetraden auf der Narbe gruppiert sind. Abkürzungen: an – Anthere, lsl – Narbenlappen, ma – Massulae, pg – Pollenkörner, ro – Rostellum, st – Narbenzellen. Bild: Krawczyk et al. (2016).

Die Autoren untersuchten die Reproduktionsfähigkeit durch offene Bestäubung, induzierte Autogamie, Autogamie im engeren Sinne und autonome Apomixis. Sie berichten, dass, obwohl die sexuelle Fortpflanzung dominiert, eine zufällige Parthenogenese viel wahrscheinlicher ist als eine natürliche Selbstbefruchtung, die selten oder unwahrscheinlich ist. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass E. aphyllum das Potenzial hat, Samen sowohl auf sexuellem als auch auf asexuellem Weg zu produzieren.