Wilde Verwandte von Nutzpflanzen sind wichtige genetische Ressourcen für die Verbesserung von Nutzpflanzen, aber sie können auch Kandidaten für die Domestikation von Nutzpflanzen sein. Zizania latifolia ist ein mehrjähriges Wassergras, das vor über 1000 Jahren in China als Gemüsepflanze domestiziert wurde, aber derzeit als Getreidepflanze nicht etabliert ist. Als enger Verwandter des amerikanischen Wildreis Z. palustris, die in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts domestiziert wurde, besteht ein großes Potenzial für die Domestizierung Z. latifolia zur Deckung der zukünftigen Lebensmittelnachfrage.

Wildpflanze Zizania latifolia
Eine blühende Pflanze der Zizania latifolia. Bildnachweis: Yao Zhao.

In einer kürzlich in AoBP veröffentlichten Studie Zhao et al. wertete das Potenzial für die Neodomestikation von Z. latifolia als Getreidepflanze. Die Autoren untersuchten Variationen in den Sameneigenschaften (Samengröße, Keimungsprozentsatz, Keimruhe, relativer Wassergehalt und Samen-Perikarp-Verhältnis) und der genetischen Struktur von 15 Z. latifolia Wildpopulationen, die entlang eines Breitengradienten in China beprobt wurden. Das haben sie gefunden Z. latifolia neigten dazu, größere Samen mit geringerem Feuchtigkeitsgehalt und weniger Investitionen in die Samenhülle in niedrigeren Breiten zu produzieren. Dies legte nahe, dass die Populationen im Mittel- und Unterlauf des Jangtse aufgrund geeigneter Samenmerkmale und hoher genetischer Vielfalt gute Kandidaten für die Domestizierung von Getreidekulturen sein könnten. Diese Studie lieferte grundlegende Informationen zu morphologischen und genetischen Variationen in Z. latifolia Bevölkerungen. Dennoch ist weitere Forschung zum genetischen Mechanismus wichtiger Domestizierungsmerkmale erforderlich, um ihr Potenzial als zukünftige Getreidepflanze voll auszuschöpfen.