Invasive Nadelbäume verändern Neuseelands heimische Graslandschaften, doch viele Besucher erkennen die Bedrohung nicht. Lovelock und Kollegen befragten 231 Touristen an beliebten Orten und stellten fest, dass diese botanische Invasion kaum bekannt ist. Ihre Studie verdeutlicht eine kritische Herausforderung: Wie kann man öffentliche Unterstützung für die Kontrolle dieser sich schnell ausbreitenden Bäume gewinnen, wenn viele, insbesondere internationale Besucher, Betrachten Sie sie als attraktive Ergänzung der Landschaft.

Das Team stellte fest, dass über die Hälfte der Besucher noch nie Begriffe wie „wilder Nadelbaum“ oder „invasiver Nadelbaum“ gehört hatte. Internationale Besucher, insbesondere aus China und anderen asiatischen Ländern, zeigten eine größere Akzeptanz gegenüber wilden Nadelbäumen in der Landschaft. Jüngere Besucher (unter 40) betrachteten diese invasiven Bäume eher als attraktive Merkmale, die sie gerne in Neuseeland sehen würden. Diese Ergebnisse deuten auf eine erhebliche Lücke im ökologischen Bewusstsein der Touristen hin, die möglicherweise die Naturschutzbemühungen behindert.

Forscher befragten Besucher an beliebten Touristenattraktionen auf der Südinsel und nutzten einen Fragebogen, um das Bewusstsein für wilde Nadelbäume und die Einstellung zu ihrer Bekämpfung zu ermitteln. Die Umfrage, die auf Englisch und Mandarin verfügbar war, richtete sich sowohl an inländische als auch an internationale Besucher. Die Fragen umfassten Themen wie die Wahrnehmung der Attraktivität wilder Nadelbäume, ihre ökologischen Auswirkungen und die Unterstützung von Bekämpfungsmaßnahmen. Die Antworten wurden analysiert, um Unterschiede hinsichtlich der Herkunft, Nationalität, des Alters und Geschlechts der Besucher zu identifizieren.

Frühere Untersuchungen haben gezeigt, dass Besucher von Naturgebieten wenig über invasive Arten informiert sind. Diese Studie untersucht erstmals die Wahrnehmung wilder Nadelbäume in Neuseeland durch internationale Besucher. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass unterschiedliche Besuchergruppen gezielt über den Naturschutz informiert werden müssen. Das Verständnis dieser unterschiedlichen Wahrnehmungen ist entscheidend für die Entwicklung wirksamer Strategien zum Umgang mit invasiven Arten, insbesondere in Gebieten, in denen sich Tourismus- und Naturschutzinteressen überschneiden.

Lovelock, B., Ji, Y., Carr, A. & Blye, C. J. (2024). Den Wald vor lauter (invasiven) Bäumen nicht sehen: Die Wahrnehmung invasiver Wildkoniferen in der neuseeländischen Landschaft durch Besucher. Journal of Outdoor Recreation and Tourism, 48, 100818. https://doi.org/10.1016/j.jort.2024.100818 (OA)


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