Bestäubern wird oft der Vorrang als primäre Treiber hinter der Entwicklung von Blütenmerkmalen eingeräumt. Dennoch beginnt eine wachsende Zahl von Forschungsarbeiten, die Bedeutung anderer signifikanter selektiver Mittel zu betonen, insbesondere die Rolle von Pflanzenfressern, die Blüten- und Fruchtstrukturen schädigen.
Auswirkung von Bestäubungs- und Herbivoriebehandlungen auf die Stärke und Richtung der Selektion bei verschiedenen Merkmalen der Blüten- und Blütenstandarchitektur bei Lythrum salicaria. (A) Pflanzen in der Population wurden zufällig Herbivorie- oder Kontrollbehandlungsgruppen zugewiesen. Die Pflanzen in der Herbivoriegruppe erhielten vor Beginn der Blüte ein künstliches Beschneiden des sich entwickelnden Meristems. Dies stimulierte bei den meisten Pflanzen eine kompensatorische Reaktion, die zur Bildung zusätzlicher Blütenstände führte. Anschließend führten wir eine Pollenergänzungsbehandlung bei einem Paar zufällig ausgewählter Blüten jeder Pflanze durch, wobei eine Blüte des Paars von Hand bestäubt wurde (roter Umriss) und die andere Blüte keinen zusätzlichen Pollen erhielt (blauer Umriss). (B) Die Stärke und Richtung der Selektion (x-Achse) der beiden Behandlungen bei verschiedenen Merkmalen der Blüten- und Blütenstandarchitektur (y-Achse) wurden gemessen. Wir präsentieren die direkten linearen Selektionskoeffizienten bei Vorhandensein (gelbe Balken) und Fehlen (blaue Balken) von Herbivorie. Wir zeigen auch den Unterschied in den Selektionskoeffizienten zwischen Bestäubungsbehandlungen (orange Balken). Balken, die sich mit Null überlappen, unterschieden sich nicht signifikant von Null. Die Länge des Balkens ist proportional zum Standardmessfehler (2s.e.). Positive Selektion wird rechts und links von Null auf der x-Achse dargestellt, negative Selektion auf der linken Seite.
Durch die experimentelle Manipulation einer Population von Lythrum Salicaria, Thomsen und Sargent zeigen, dass Blattschäden allein die Selektion auf Blütenmerkmale auferlegen und ein noch stärkeres Mittel zur Veränderung darstellen als die Selektion durch Bestäuber. Pflanzenfresser können einen größeren Einfluss auf Blütenmerkmale haben als Bestäuber, wenn solche Blütenmerkmale für die Abwehr- oder Kompensationsmechanismen einer Pflanze relevant sind.
Nachdem ein Waldbrand über die Landschaft hinweggefegt ist, kann es unvermeidlich sein, dass man schockiert ist über die trostlose Szene, die er hinterlässt. Doch eine aktuelle Studie von Lucas Carbone legt nahe, dass Pflanzen in diesen Umgebungen wie nie erwartet gedeihen können.