Für die langfristige Persistenz von Baumbeständen in einer Landschaft sind drei Schlüsselfunktionen erforderlich. Im Großen und Ganzen müssen Bäume Ressourcen erwerben und zuweisen, um ihre Biomasse zu erhalten oder zu erhöhen, Stress zu tolerieren oder zu widerstehen und genetisches Material an neue Generationen weiterzugeben. Die drei zentralen Pfade der Ressourcenallokation Wachstum, Verteidigung und Reproduktion wurden jedoch selten gleichzeitig bewertet, noch wurden sie auf individueller bis landschaftlicher Ebene bewertet. Diese Informationen sind entscheidend für die Identifizierung der physiologischen, umweltbedingten und genetischen Mechanismen, die der Ressourcenallokation zugrunde liegen.

In einer kürzlich veröffentlichten Studie in AoBP, Redmond et al. bewertete Kompromisse zwischen Wachstum, Verteidigung und Fortpflanzung bei Piñon-Kiefern (Pinus edulis) Bäume auf individueller, Populations- und Landschaftsebene. Sie fanden Beweise für einen Kompromiss zwischen Verteidigung und Reproduktion zwischen Individuen, wodurch die Verteidigungsallokation in Jahren mit hoher Zapfenproduktion reduziert wird. Es gab keine Kompromisse zwischen Wachstum und Reproduktion oder Verteidigung in irgendeiner gemessenen Größenordnung. Die Ergebnisse dieser Studie legen nahe, dass es zu einem strategischen Kompromiss kommen kann, wenn Investitionen in die Verteidigung vorübergehend eingeschränkt werden, um die Reproduktion zu fördern, obwohl Piñon in der Lage ist, Ressourcen gleichzeitig für Wachstum und Verteidigung bereitzustellen. Die Autoren stellen die Hypothese auf, dass ein größerer Bedarf an Kohlenhydraten und Nährstoffen bei der Fortpflanzung eine geringere Zuweisung an die Harzdrüsen- und Terpenproduktion während der Mastjahre erfordert, während eine fortgesetzte Zuweisung an das Wachstum eine fortgesetzte Ressourcenzuweisung und einen fortgesetzten Transport unterstützt. Der nächste Schritt besteht darin, die physiologischen Mechanismen zu evaluieren, die der sich ändernden Ressourcenallokation zwischen Fortpflanzungs- und Verteidigungswegen innerhalb von Individuen zugrunde liegen.
Forscher-Highlight
Dr. Miranda Redmond ist Assistenzprofessorin an der Colorado State University in den USA, wo sie Waldökologie lehrt und die Auswirkungen von Klima und Störungen auf die Dynamik von Wäldern und Waldgebieten erforscht. Der Schwerpunkt ihrer Forschung liegt auf Pinien-Wacholder-Wäldern im Südwesten der USA. Darüber hinaus arbeitet sie in Kiefernwäldern und subalpinen Wäldern der südlichen Rocky Mountains in den USA sowie in afromontanen Wäldern Südafrikas.
Miranda und ihre Co-Autoren sind auf Twitter zu finden, folgen Sie ihnen hier: @miranda_redmond, @pinon_nino und @ScottFerrenberg.
