Warum gärtnern Menschen? Ist es, um mit der Natur zu kommunizieren und ihrem Außenbereich eine ästhetische Note zu verleihen, wie sie es mit ihrem Innenbereich tun? Oder steckt mehr dahinter? Forscher der SWPS-Universität, der Technischen Universität Warschau und der Warschauer Universität für Lebenswissenschaften untersuchten Was treibt die Gärtner der polnischen Hauptstadt an?Ein Schlüsselfaktor, der sich herauskristallisierte, war die Gemeinschaft.

Die Forscher analysierten, ob die Warschauer Gemeinde das Potenzial hat, urbane Gärten zu entwickeln, um die Anpassung an den Klimawandel zu fördern. Neben der wissenschaftlichen Literaturrecherche charakterisierten sie lokale Gärtner und ihre Initiativen und befragten sie zur Funktion von Gärten – nicht nur im Kontext des Umweltschutzes, sondern auch der Gemeinschaftsbildung. Insgesamt wurden für die Studie über 250 Interviews geführt.

Diese Forschung erweitert die städtische Klimaanpassung um eine wichtige sozialwissenschaftliche Perspektive und zeigt, wie die Dynamik der Gemeinschaft über Erfolg oder Misserfolg grüner Infrastruktur entscheidet. Während wir uns oft auf die technischen Aspekte des Urban Gardening konzentrieren, zeigt diese Studie, dass soziales Kapital – die Netzwerke, Beziehungen und gemeinsamen Werte innerhalb von Gemeinschaften – der verborgene Schlüssel zur Ausweitung naturbasierter Klimalösungen sein könnte.

Es zeigt sich, dass Urban Gardening in Warschau weit verbreitet ist. Diese soziale Bewegung umfasst einzelne Bewohnergruppen, mehr oder weniger formelle Teams, Vereine und Stiftungen sowie öffentliche Einrichtungen wie Schulen und Kultureinrichtungen.

Durch Urban Gardening möchten die Bewohner einen freundlichen Lebensraum um sich herum schaffen, der ihnen Wohlbefinden, Kontakt mit der Natur und Verantwortungsbewusstsein für die Umwelt bietet, soziale Bindungen aufbaut und Wissen austauscht.

In Warschauer Gärten leben durchschnittlich 10 bis 15 Personen, die den Kern der Gruppe bilden. Hinzu kommen gelegentliche Gartenarbeiter und Besucher, die dort einfach ihre Freizeit verbringen. In den Gärten sind Mitglieder aller sozialen Gruppen anzutreffen, wobei – wie die Forscher einräumen – Senioren (meist Frauen mit Hochschulabschluss) und Familien (Mittelschicht mit Hochschulabschluss) am aktivsten sind.

Die Leiter solcher Gartengruppen sind in der Regel institutionelle Mitarbeiter (die in Einrichtungen beschäftigt sind, in denen Gärten angelegt werden), soziale Aktivisten (sowohl Amateure als auch professionelle, z. B. mit NGOs verbundene) sowie „Helden“-Aktivisten, die sich unermüdlich für städtische Gärten einsetzen.

Den Verantwortlichen zufolge liegt der Hauptzweck des Urban Gardening nicht in der Nahrungsmittelproduktion, sondern in pro-ökologischen Aktivitäten (im weitesten Sinne des Schutzes der Biodiversität und der Bewirtschaftung von Bioabfällen), der Bildung und dem Aufbau einer aktiven, kooperativen Gesellschaft. Dies würde gut zu aktuelle Forschung in Deutschland mit einem in Großbritanniendas die ökologischen Ansprüche unterstützt. Die Gemeinschaftselement wird auch unterstützt von neuere Forschungen.

Dieses Gemeinschaftselement wird in der Schlussfolgerung des Papiers hervorgehoben:

Ein solch umfangreiches Aktivitätsspektrum erfordert einen systematischen Ansatz für urbanes Gemeinschaftsgärtnern als dauerhaftes Funktions- und Ökosystemelement der Stadt. Urban Gardening ist ein Grundbedürfnis der Bürger, einen freundlichen Lebensraum zu schaffen, der Wohlbefinden, Kontakt zur Natur, soziale Kontakte, Umweltverantwortung, Wissensaustausch und Bildung bietet.

Die Kombination aus Ökosystemdienstleistungen und Unterstützung durch die Gemeinschaft könnte urbane Gärten ein mächtiges Werkzeug in der Stadtplanung für das kommende Jahrhundert.

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Lasocki, M., Majewski, P., Zinowiec-Cieplik, K., Szczeblewska, A., Melon, M., Dzieduszyński, T., Grochulska-Salak, M., Kaczorowska, M., Derewońko, D. und Gawryszewska, B. (2025) „Das Sozialkapital städtischer Gartengemeinschaften als Unterstützung für den Klimawandel Adaptionen – eine Fallstudie aus Warschau“, Miscellanea Geographica, 29(2), S. 81–92. Verfügbar um: https://doi.org/10.2478/mgrsd-2025-0005.

Cover: Garten der Universitätsbibliothek Warschau. Rognar / Canva.