Invasive Pflanzen dringen aufgrund des Klimawandels, der sich ändernden Landnutzung und anthropogener Störungen zunehmend in hoch gelegene Gebiete von Gebirgszügen vor. Es wurde jedoch relativ wenig darauf geachtet, wie Berge die Ausbreitung invasiver Pflanzen nach oben beeinflussen. Es wird oft angedeutet, dass hohe Gebirgszüge aufgrund stressiger abiotischer Umgebungen weniger wahrscheinlich befallen werden, da Pflanzen niedrigeren Temperaturen, kürzeren Vegetationsperioden und weniger fruchtbaren Böden ausgesetzt sind als ihre Pendants in niedrigeren Höhenlagen. Die Bedeutung dieser Faktoren wird durch die Tatsache verstärkt, dass die Bedingungen über einen relativ kleinen Höhenbereich sehr variabel sind. Invasive Pflanzen müssen sich daher über kleine Entfernungen an sehr unterschiedliche Umgebungen anpassen können, um sich hangaufwärts zu bewegen.

In ihrer neuen Studie veröffentlicht in AoBP, Liu et al. testeten die Differenzierung von ausbreitungsbezogenen Merkmalen bei den Invasiven Galinsoga quadriradiata über Populationen in verschiedenen Höhenlagen in den Qinling- und Bashan-Bergen in China. G. quadriradiata, oft Peruvian Daisy oder Shaggy Soldier genannt, ist eine einjährige krautige Pflanze, die ihren Ursprung in Mittel- und Südamerika hat. Es ist ein schädliches landwirtschaftliches invasives Unkraut, das hauptsächlich in feuchten, warm-gemäßigten und subtropischen Zonen auf der ganzen Welt auf verlassenem Land oder Ackerland angesiedelt ist. Seit seinem ersten Bericht über den Lushan-Berg in der Provinz Jiangxi im Jahr 1979 wurde er in allen geeigneten Klimazonen in China gefunden.

Die invasive Pflanze Galinsoga quadriradiata in den Bergen Zentralchinas. Bildnachweis: G. Liu.

Liu et al. sammelten Daten über das Samenmasse-Flächen-Verhältnis, ein wichtiges Merkmal im Zusammenhang mit der Samenausbreitung, von 45 Populationen entlang eines Höhengradienten und quantifizierten die genetische Variation von 23 Populationen unter Verwendung von Markern für Wiederholungen zwischen einfachen Sequenzen. Ihre Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Ausbreitungsfähigkeit von G. quadriradiata aufgrund der genetisch bedingten schnellen Evolution und der phänotypischen Plastizität entlang Höhenausbreitungsrouten abnimmt, was das allgemeine Argument in Frage stellt, dass die Ausbreitungsfähigkeit invasiver Pflanzen entlang der Ausbreitungsrouten zunimmt.

Diese Ergebnisse liefern neue Erkenntnisse darüber, wie sich die Ausbreitungsfähigkeit invasiver Pflanzen entlang von Höhengradienten verändern kann. Dies ist wichtig, um die Aufwärtsdynamik invasiver Pflanzen im Hochgebirge zu beurteilen und die zukünftige Ausbreitung in diesen Ökosystemen vorherzusagen. Die Autoren schlagen vor, dass weitere Forschung erforderlich ist, um die Merkmale aus dieser Studie direkt mit der Ausbreitungsfähigkeit zu verknüpfen und diese Muster über breitere geografische Gradienten hinweg zu untersuchen.