Weizen liefert fast ein Fünftel der gesamten Nahrungskalorien und Proteine, die weltweit konsumiert werden. Da die Weltbevölkerung im letzten Jahrhundert gewachsen ist, hat die Nachfrage nach Weizen rapide zugenommen. Allein in China stieg der Weizenverbrauch von 19 Millionen Tonnen im Jahr 1962 auf 123 Millionen Tonnen im Jahr 2012. Doch die genetischen Fortschritte beim Weizenertrag haben sich in letzter Zeit verlangsamt. Ein besseres Verständnis ertragsbezogener Merkmale wird es uns ermöglichen, den genetischen Gewinn bei Weizen und anderen Getreidearten zu beschleunigen. Ein solches Merkmal ist die Anzahl der Triebe pro Pflanze, da diese die Kornzahl beeinflusst. Der endgültige Kornertrag ist letztlich das Produkt aus Kornzahl und Korngewicht. Omics-Methoden versprechen ein besseres Verständnis von Merkmalen wie der Bestockungszahl, insbesondere bei der Identifizierung von Genen und Proteinen, die in verschiedenen Organen, in verschiedenen Wachstumsstadien und unter verschiedenen Umweltbedingungen unterschiedlich exprimiert/reichlich vorhanden sind.

In ihrer neuen Studie veröffentlicht in AoBP, Daba et al. untersuchten die Proteomprofile mehrerer Pflanzenorgane während des Kornentwicklungsprozesses in Weizen. Markierungsfreie quantitative Proteomik wurde verwendet, um sieben Pflanzenorgane (Blätter, Triebknospen, Ährchen, Eierstöcke und Kerne) zu drei Zeitpunkten nach der Blüte auf Proteinreichtum zu analysieren. Über alle Organe hinweg wurden insgesamt 3,182 Proteine identifiziert. 296 Proteine wurden in allen Organen identifiziert. Diese Studie demonstrierte den organspezifischen Nachweis und die Häufigkeit vieler wichtiger Weizenproteine, die zur Bestockungsbildung, Ähreninitiierung und Kernentwicklung beitragen können. Die Autoren hoffen, dass die Ergebnisse ihrer Studie den Weg für eine zukünftige eingehende Erforschung der verschiedenen Komponenten der Ertragsbildung bei Weizen ebnen werden.
