Trotz der Akzeptanz in der wissenschaftlichen Gemeinschaft, dass Populationsinformationen und Merkmalsfolgen für die Umschreibung taxonomischer Gruppen entscheidend sind, werden neue Taxa weiterhin auf der Grundlage weniger Herbarbelege veröffentlicht. Angesichts der zunehmenden Beweise dafür, dass Hybridisierung eine integrale Rolle in der Evolution spielt, ist es wünschenswert, Gruppen zu identifizieren, in denen sie auftritt.
Beurteilung der Kronmerkmale. Nektartaschen und Kronfarbe: (A) „tiefrote“ Kronkrone, eine „dominante“ Nektartasche – die mittlere Hauptnektartasche ist deutlich größer und hat eine andere Farbe; (B) „tiefrote“ Kronkrone, „unterschiedliche“ Nektartaschen – die mittlere Nektartasche ist merklich größer, die neben der Haupttasche sind größer als die übrigen und alle haben eine deutliche Färbung; (C) „rosa“ Kronkrone, „unterschiedliche“ Nektartaschen; (D) „cremefarbene“ Kronkrone, „gleich große“ Nektartaschen – keine deutliche Färbung, alle sind gleich groß. Die „rosa-rote“ Kronfarbe wird nicht gezeigt, da sie auf Fotos nicht von „tiefrot“ zu unterscheiden war. (E) Typische Kronkrone von R. irroratum. (F) Typische Blütenkrone von R. delavayi. Dargestellt sind die Maße der „Kronenlänge“ – gemessen von der Kelchspitze bis zur Spitze des Hauptblütenblatts (vgl. A, mittleres Blütenblatt) – und der „Kronenbreite“ – gemessen am oberen Ende der Kronröhre (wo die Blütenblätter noch vollständig verwachsen sind). Flecken: (G) „keine“ – keinerlei Zeichnung sichtbar; (H, I) „selten“ – einige helle Flecken auf weniger als drei Blütenblättern sichtbar; (J) „wenige“ – Flecken auf drei Blütenblättern deutlich sichtbar; (K, L) „viele“ – Flecken auf allen Blütenblättern deutlich sichtbar.
In einer kürzlich veröffentlichten Studie in AoB PLANTS, Marczewskiet al. zeigen, wie Populationsvariationen verwendet werden können, um Unterscheidungsmerkmale zu identifizieren, und warum nahe verwandte Arten, die in Sympathie wachsen, bei der Beschreibung neuer taxonomischer Einheiten berücksichtigt werden sollten.