Interaktionen zwischen Arten sind besonders empfindlich gegenüber Umweltveränderungen. Die Interaktion zwischen Pflanzen und Bestäubern ist angesichts des möglichen weltweiten Rückgangs der Bestäuber von besonderem Interesse. Reduzierte Bestäuberleistungen können bei einigen Pflanzenarten durch Selbstbestäubung kompensiert werden. Wenn jedoch die Inzuchtdepression hoch ist, könnten selbstbesiedelte Nachkommen sterben, bevor sie das Erwachsenenalter erreichen, was zu einem kryptischen Rekrutierungsversagen führt.

Van Ettenet al. Bestäuberhäufigkeit, Pollenlimitierung, Selbstbefruchtungsraten und Inzuchtdepression in Populationen mit unterschiedlichen Störungen untersuchen Sophora microphylla, eine endemische neuseeländische Baumart, und stellen fest, dass Populationen mit weniger Bestäubern eine geringere Nachkommensmenge und allgemein eine geringere Nachkommensqualität aufweisen. Über die Hälfte der produzierten Samen sind genetisch zum Scheitern verurteilt, was zu kryptischen Rekrutierungsfehlern führen könnte, dh zu einem Rückgang der erfolgreichen Reproduktion trotz hoher Nachkommenproduktion. Die Ergebnisse unterstreichen, wie wichtig es ist, sowohl die Quantität als auch die Qualität der Nachkommen zu berücksichtigen, wenn die Reaktion der Arten auf den weltweiten Rückgang der Bestäuber vorhergesagt wird.
