Huet und Kollegen untersuchten, wie nordafrikanische Frauen in Marseille Heilpflanzen verwenden, um ihre kulturelle Identität zu bewahren. Sie fanden heraus, dass das traditionelle Pflanzenwissen noch immer stark ausgeprägt ist. Kräuter und Gewürze als greifbare Verbindung zur Heimat.
Das wichtigste Ergebnis ist, dass Minze und Olivenöl für die Maghrebinerinnen kulturelle Eckpfeiler sind. Diese Pflanzen haben eine tiefe symbolische Bedeutung und verbinden Migrantinnen mit Familientraditionen und regionaler Identität. Eine Teilnehmerin bemerkte: „Minze ist unser Ethos, wir wachen mit ihr auf, wir schlafen mit ihr ein.“
Die Forscher führten Interviews und Workshops mit 24 Frauen, die meisten davon algerischer Herkunft. Sie dokumentierten 131 Pflanzenarten, die für kulinarische, medizinische und rituelle Zwecke verwendet werden. Das Wissen wird hauptsächlich durch weibliche Familienmitglieder weitergegeben.
Frühere Studien zeigen, dass Migranten oft Schwierigkeiten haben, an bekannte Pflanzen zu kommen. Das mediterrane Klima und die gut etablierte nordafrikanische Gemeinschaft in Marseille erleichtern jedoch den Zugang. Frauen besorgen sich Pflanzen in lokalen Geschäften, über Familiennetzwerke, durch Futtersuche und aus Gemeinschaftsgärten.
Die Bedeutung von Gewürzen in der maghrebinischen und mediterranen Kultur hängt möglicherweise mit der historischen Bedeutung des transkontinentalen Handels mit aromatischen Pflanzen zusammen. Wir haben festgestellt, dass spezialisierte lokale Händler tatsächlich die Hauptquelle der Pflanzen für unsere Teilnehmer sind.
Huet, M., Odonne, G., Baghdikian, B. & Teixidor-Toneu, I. (2024). Wissen und Zugang zu Heil- und Aromapflanzen durch Frauen aus der Maghrebi-Diaspora in Marseille. Humanökologie. https://doi.org/10.1007/s10745-024-00533-1 ($)
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