Mikroplastik ist allgegenwärtig und ein Problem für alles Leben. Kanold und Kollegen untersuchten sechs Pflanzenarten, um herauszufinden, wie sie mit Mikroplastik im Boden zurechtkamen, indem sie ihre Wurzeln untersuchten. Überraschenderweise stellten sie fest, dass einige Pflanzen mehr Biomasse bildeten, wenn sich Mikroplastik im Boden befand. Ihre Erkenntnisse werden dazu beitragen, die Auswirkungen der Plastikverschmutzung auf die Pflanzengesundheit zu erforschen.

Das Team verwendete eine Mischung verschiedener Mikroplastikarten und -formen, um die Umweltverschmutzung in der realen Welt zu simulieren. Anschließend züchteten sie Pflanzen in Umgebungen ohne Mikroplastik, mit geringen (0.1 %) oder hohen (1 %) Konzentrationen. Sie wählten Pflanzen mit unterschiedlichen Wurzelstrategien. Zwiebeln, Schnittlauch und Lauch wurden ausgewählt, um ressourcenschonende Wurzeleigenschaften darzustellen. Tomaten, Auberginen und Paprika repräsentierten Pflanzen mit ressourcenerhaltenden Wurzeleigenschaften.

Kanold und seine Kollegen stellten fest, dass eine hohe Zugabe von Mikroplastik zu einer deutlich höheren Gesamtbiomasse bei Auberginen, Tomaten und Lauch führte als bei den Kontrollgruppen. Sie stellten außerdem fest, dass Mikroplastik zwar die durchschnittlichen Wurzeleigenschaften nicht signifikant veränderte, aber die Variation im Wurzelwachstum innerhalb jeder Pflanzenart erhöhte. Sie stellten außerdem fest, dass hohe Konzentrationen von Mikroplastik die Besiedlung der Wurzeln von Tomatenpflanzen durch nützliche Pilze verringerten.

Kanold und Kollegen sagen, dies sei eines der ersten realistischen Mikroplastik-Experimente an mehreren Pflanzenarten. Sie argumentieren, dass in früheren Studien einzelne Plastikarten oder unrealistisch hohe Mengen an Mikroplastik verwendet wurden. Während ihre Ergebnisse darauf hindeuten, dass einige Pflanzen Mikroplastik vertragen oder sogar davon profitieren könnten, fügen sie hinzu, dass Mikroplastik in Kombination mit anderen Stressfaktoren wie dem Klimawandel Pflanzen dennoch schaden könnte.

Daher stellt sich die entscheidende Frage: Gibt es unter realen Bedingungen, wo Pflanzen zahlreichen Stressfaktoren wie Klimawandel, Konkurrenz zwischen Arten, Invasionen, Fraß und Krankheiten ausgesetzt sind, einen Wendepunkt, ab dem diese kombinierten Belastungen ihre Bewältigungskapazität übersteigen?

Kanold, E., Buchanan, SW, Dunfield, K. & Antunes, PM (2024). Mikroplastikzusätze modulieren die intraspezifische Variabilität von Wurzeleigenschaften und Mykorrhiza-Reaktionen über verschiedene Lebenszyklusstrategien der Wurzel hinweg. Functional Ecology. https://doi.org/10.1111/1365-2435.14659 (OA)


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