
Taxonomische Bildung und Botanik werden in Schulen und Universitäten zunehmend vernachlässigt, was zu einer „verpassten Generation“ von Erwachsenen führt, die Organismen, insbesondere Pflanzen, nicht identifizieren können.
Der „taxonomische Analphabetismus“ westlicher Kulturen ist anerkannt, aber es gibt nur begrenzte Forschung zu den effektivsten Methoden, um die Artenbestimmung zu lehren, insbesondere bei Erwachsenen. Eine kürzlich durchgeführte Untersuchung des House of Lords beschrieb den Stand der Taxonomie und Systematik im Vereinigten Königreich als „unbefriedigend“, und ein Mangel an ausgebildeten Taxonomen, insbesondere für weniger charismatische Taxa, hat zu einem „taxonomischen Hindernis“ für eine effektive Überwachung und Verwaltung der Biodiversität geführt. Die Taxonomie ist einer der wissenschaftlichen Bereiche, in denen sich „Bürgerwissenschaftler“ am sinnvollsten beteiligen können, aber es besteht Bedarf an mehr Training in Identifizierungsfähigkeiten und neuartigen Trainingsmethoden, um sowohl das Interesse als auch das Bewusstsein zu wecken.
Botanik war lange ein vernachlässigter Aspekt der biologischen Bildung in Lehrplänen, Lehrbüchern und Kursen von der Schule bis zur Universität. Der Zyklus setzt sich von selbst fort, wobei Biologielehrer die Botanik vernachlässigen, weil sie in ihrer eigenen Ausbildung fehlt. In einer Studie mit Biologie-AbiturientInnen konnten beispielsweise 86 % nur drei oder weniger einheimische Pflanzenarten erkennen – was nicht verwundert, da auch die botanischen Bestimmungsfähigkeiten ihrer LehrerInnen schlecht waren. Botanische Bildung ist ein integraler Bestandteil der Ökologie, und der rasche Verlust der Pflanzenwelt und seine Auswirkungen auf die Menschheit verdienen eine wichtigere Rolle in der Bildung.
Im Schule für biologische Wissenschaften in Leicester Wir sind uns dieser Probleme seit einiger Zeit bewusst und arbeiten daran, sie zu mindern. Der Botanische Garten der Universität bietet der Öffentlichkeit die Möglichkeit, für eine zu studieren Fortgeschrittenes Zertifikat in Pflanzenidentifikation, und Studenten unserer Abschlüsse in Biowissenschaften können auch einen ähnlichen absolvieren Modul „Fähigkeiten zur Pflanzenbestimmung“. für Studienkredit.
Ein neues Papier im Zeitschrift für biologische Bildung plädiert nachdrücklich für die Bedeutung solcher öffentlichen und akademischen Kurse und den Beitrag, den „Citizen Scientists“ in diesem Bereich leisten können, der keine teuren Geräte, sondern nur Wissen und Enthusiasmus erfordert (Bethan Stagg & Maria Donkin (2013) Teaching Botanical Identification to Adults: Experiences of the UK Participatory Science Project 'Open Air Laboratories', Journal of Biological Education, http://dx.doi.org/10.1080/00219266.2013.764341).
Die Vermittlung von Pflanzen steht nicht in Konkurrenz zum Glamour der medizinischen Forschung, ist aber möglicherweise nicht weniger wichtig im Hinblick auf den Beitrag, den die akademische Bildung für die Gesellschaft leisten kann.
