Die Morphologie fast aller Gräser lässt sich als eine hierarchische Anordnung von Untereinheiten, sogenannten Phytomeren, auffassen. Daher dient das Wissen über das Wachstum und die Entwicklung von Phytomeren als Grundlage für die Aufklärung des Rhythmus des Graswachstums. Eine aktuelle Studie veröffentlicht in AoB PLANTS by Yanget al. bietet systematische Analysen des Prozesses der Phytomerentwicklung von Cleistogenes quadrosa, eine mehrjährige C4 Gras.

Schematische Darstellung eines reifen Phytomers und seiner Komponenten sowie Anordnung von Phytomeren entlang einer Rute von C. squarrosa.
Schematische Darstellung eines ausgereiften Phytomers und seiner Komponenten sowie der Anordnung der Phytomere entlang eines Triebes von C. squarrosa. Die Ligula (oder der Blattkragen; Daten nicht dargestellt) markiert den Übergang zwischen Blattspreite und Blattscheide, und der Knoten bildet die Ansatzstelle des Blattes am Stängel. Unreife, wachsende Phytomere befinden sich an der Triebspitze (Anmerkung: Der Einfachheit halber sind in der Abbildung nur zwei wachsende Phytomere dargestellt; bei der Präparation finden sich jedoch bis zu fünf gleichzeitig wachsende Phytomere in verschiedenen Entwicklungsstadien entlang des distalen Teils der Triebachse). Bildnachweis: Yang et al.

Die unveränderliche Koordination der Dehnung innerhalb und zwischen Phytomeren war ein stabiles Entwicklungsmerkmal über die Behandlungen hinweg, daher sind die quantitativen Koordinationsregeln für die Vorhersage der morphologischen Entwicklung von anwendbar C. squarrosa unter kontrastierenden Niveaus von Stickstoffernährung oder Dampfdruckdefizit.