Díaz-Toribio und Kollegen haben kürzlich einen Artikel in veröffentlicht AoB PLANTS über die evolutionären Beziehungen und Nutzungsmuster essbarer einheimischer Pflanzen in der Region des Golfs von Mexiko. Ihre Forschung gibt Aufschluss darüber, welche Pflanzengruppen im Laufe der Zeit bevorzugt und als Nahrungsmittel ausgewählt wurden, und weist auf die Bandbreite der menschlichen Ernährung und die Nutzung regionaler Pflanzenressourcen hin.

Sie fanden heraus, dass Gewürzarten wie Paprika eine phylogenetische Häufung aufwiesen, was bedeutet, dass verwandte Arten im Laufe der Zeit immer wieder für denselben Zweck verwendet wurden. Auch Pflanzengruppen mit breiten Blättern, die zum Einwickeln von Tamales verwendet werden, zeigten eine evolutionäre Konvergenz. Wild und kultiviert essbare Pflanzen gehörten identischen Abstammungslinien an, wobei verschiedene Arten ausgetauscht wurden, was zeigt, dass die Menschen auf dieselben Nutzpflanzenfamilien angewiesen waren. Wildpflanzen und Kulturpflanzen, die für Gewürze verwendet werden, stammen jedoch aus unterschiedlichen Abstammungslinien.

Muster im traditionellen Gebrauch der Muttersprache verstehen Pflanzen gibt Hinweise auf ihren potenziellen Nährwert und ihr biokulturelles Erbe. Archäologen glauben, dass Mesoamerika ein wichtiges Zentrum war Pflanzendomestikation, wobei Nutzpflanzen wie Mais, Bohnen, Kürbis und Chilischoten aus der Region stammen. Auch viele Wildgemüse und Früchte bleiben dort wichtige Nahrungsmittel.

Die Forscher stellten eine Datenbank mit rund 500 essbaren einheimischen Gefäßpflanzen aus der Golf-von-Mexiko-Provinz in Mexiko zusammen und notierten, welche Teile verwendet wurden und ob die Pflanzen wild oder kultiviert waren. Sie erstellten phylogenetische Bäume, um evolutionäre Beziehungen und die Häufung essbarer Arten und Nutzungsarten zu analysieren.

Die Ergebnisse zeigten die größte Vielfalt an Abstammungslinien, die als Nahrungsmittel verwendet wurden, was die Bandbreite der menschlichen Ernährung widerspiegelt. Bei wilden essbaren Pflanzen, Gewürzen und Verpackungen kam es in bestimmten Zweigen zu einer signifikanten phylogenetischen Häufung. Scharfe Knoten für Gewürze kamen beispielsweise in Piperaceae-Paprika und Asteraceae-Ringelblumen vor. Trotz der Unterschiede zwischen wilden und kultivierten Arten gibt es Pflanzenfamilien wie Fabaceae, Hülsenfrüchte und Cactaceae Kakteen waren bevorzugte Nahrungsquellen in jedem Fall.

Díaz-Toribio und Kollegen argumentieren, dass ihre Ergebnisse Auswirkungen auf den Naturschutz in Mexiko haben. Sie schreiben:

Untersuchungen zur Phylogenetik essbarer Pflanzen wie unsere Studie unterstützen Argumente für die Erhaltung ursprünglich kultivierter Arten, Sortenformen und Wildtypen bereits domestizierter Nutzpflanzen. Darüber hinaus fördern die Schätzung der PD [phylogenetische Diversität] und die Identifizierung von Mustern ethnobotanischer Konvergenz neue Forschungen in der Ethnobiologie …

Díaz-Toribio et al. 2023

Insgesamt zeigt diese evolutionäre Ethnobotanik, wie indigene Kulturen die Vielfalt der ihnen zur Verfügung stehenden Pflanzen seit Jahrtausenden nachhaltig genutzt haben. Die phylogenetischen Muster können bei der Entdeckung des Ernährungs- und Anbaupotenzials bei wenig genutzten Arten hilfreich sein. Am wichtigsten ist, dass dieser Prozess noch nicht abgeschlossen ist, da die Menschen immer noch sowohl wilde als auch domestizierte Pflanzen verwenden. Die Wertschätzung dieses biokulturellen Erbes ist von entscheidender Bedeutung für Ernährungssicherheit und nachhaltige Entwicklung.

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Díaz-Toribio, MH, de-Nova, JA, Piedra-Malagón, EM, Angulo, DF und Sosa, V. (2023) „Wilde und kultivierte essbare Pflanzenarten im Golf von Mexiko: phylogenetische Muster und Konvergenz der Nutzungsart“, AoB PLANTS, 15(5), p. Junge063. Verfügbar um: https://doi.org/10.1093/aobpla/plad063.