Artranking in Merkmalswerten hängt von Ressourcenverfügbarkeit ab (Copyright: Siebenkäs et al. 2015)
Artranking in Merkmalswerten hängt von Ressourcenverfügbarkeit ab (Copyright: Siebenkäs et al. 2015)

Funktionelle Merkmale werden häufig als artspezifische Mittel in merkmalsbasierten Vorhersagen von Ökosystemprozessen verwendet, wobei davon ausgegangen wird, dass interspezifische Unterschiede größer sind als intraspezifische Merkmalsvariationen. Obwohl diese Annahme zunehmend in Frage gestellt wird, mangelt es an Wissen darüber, inwieweit die intraspezifische Merkmalsvariation als Reaktion auf unterschiedliche Umweltbedingungen von den betrachteten Merkmalen und den Merkmalen der untersuchten Arten abhängt. In einer neuen Studie veröffentlicht in AoB PLANTS, Siebenkäs et al. wuchsen acht mehrjährige Graslandarten, die zwei funktionelle Gruppen (Gräser vs. Stauden) und Wuchsformen (klein vs. groß) unter unterschiedlicher Licht- und Nährstoffverfügbarkeit repräsentierten. Die Stärke der Merkmalsvariation als Reaktion auf die Ressourcenverfügbarkeit unterschied sich bei vielen oberirdischen Merkmalen zwischen funktionellen Gruppen und Wachstumsstaturen, während sie bei unterirdischen Merkmalen konsistenter war. Die Ergebnisse, die die Abhängigkeit des merkmalsbasierten Artenrankings von Umweltbedingungen zeigen, schränken die Anwendbarkeit artspezifischer Merkmalsmittelwerte in ökologischen Studien ein.