Peroxisomen sind hochdynamische, stoffwechselaktive Organellen, die früher als Senke für das in verschiedenen Organellen gebildete H2O2 angesehen wurden. Es wird jedoch angenommen, dass Peroxisomen eine komplexere Funktion haben, da sie verschiedene Stoffwechselwege enthalten, und sie sind eine wichtige Quelle für reaktive Sauerstoffspezies (ROS), Stickstoffmonoxid (NO) und reaktive Stickstoffspezies (RNS). Eine Überakkumulation von ROS und RNS kann zu oxidativem und nitrosativem Stress führen, aber wenn sie in niedrigen Konzentrationen produziert werden, können sie als Signalmoleküle wirken.

Peroxisomen nehmen Umweltreize wahr und reagieren darauf
Elektronenmikroskopische Aufnahme von Arabidopsis-Blättern, die eine enge Beziehung zwischen Chloroplasten, Mitochondrien und Peroxisomen zeigt. Abbildung von Sandalio und Romero-Puertas (2015).

Sandalio und Romero-Puertas den Metabolismus von reaktiven Sauerstoff- und Stickstoffspezies (ROS und RNS) in Peroxisomen und ihren Beitrag zur Regulierung der Pflanzenentwicklung und Akklimatisierung an Stressbedingungen überprüfen. Sie betonen, dass Peroxisomen nicht nur als Senke für Wasserstoffperoxid, sondern auch als Quelle für Signalmoleküle (ROS und RNS) und als Sensor für ROS/Redox-Änderungen in der Zelle fungieren können, wodurch spezifische Reaktionen auf Umweltreize ausgelöst werden. Sie schlussfolgern, dass Peroxisomen daher als äußerst wichtige Entscheidungsplattform in der Zelle angesehen werden können, bei der ROS und RNS eine entscheidende Rolle spielen.

Dieser Artikel erscheint im Sonderheft ROS- und NO-Reaktionen in Pflanzen.