Die Artenvielfalt der Wüsten ist noch unerforscht, doch der Zugang zu ihnen mit konventionellen Fahrzeugen kann äußerst schädlich sein. Moat und Kollegen beschreiben eine erfolgreiche Erfahrung mit motorisierten Gleitschirmen zur Erforschung schwer erreichbarer Wüstenpflanzen in Peru, ohne die Umwelt zu schädigen. Ihre Arbeit zeigte, dass Wissenschaftler mit Gleitschirmen Pflanzenproben sammeln und abgelegene Gebiete viel nachhaltiger untersuchen konnten als mit Geländefahrzeugen.
Die Wissenschaftler schulten erfahrene Gleitschirmpiloten in verschiedenen Aspekten des Pflanzensammelns, einschließlich der Vorbereitung von Herbarbelegen, dem Aufzeichnen von Pflanzen- und Lebensraummerkmalen und dem Aufnehmen von Luftaufnahmen. Anschließend führten sie verschiedene Missionen mit Motorschirmen und Geländefahrzeugen durch und verglichen deren Effizienz und Umweltauswirkungen.
Gleitschirmflieger konnten Herbariumssammlungen in vier verschiedenen Vegetationsgebieten sammeln, darunter zwei, die zuvor ziemlich abgelegen und noch nie besucht worden waren. Bemerkenswert ist, dass Gleitschirmflieger empfindliche Wüstenoberflächen 1000-mal weniger beschädigten als Geländefahrzeuge und bei der Landung nur wenige Quadratmeter beschädigten. Wenn sie früh am Morgen flogen, bevor die Wüstenwinde aufkamen, konnten die Piloten abgelegene Orte in Minuten erreichen, die mit dem Auto Stunden dauern würden.
Frühere Untersuchungen haben gezeigt, dass Geländefahrzeuge Wüstenökosysteme schwer schädigen, indem sie Pflanzen zerquetschen, den Boden verdichten und Staubstürme erzeugen. Dieser neue Gleitschirmansatz bietet eine Möglichkeit, diese empfindlichen Umgebungen zu untersuchen und gleichzeitig zu schützen.
Moat, J., Tovar, C., Lewis, G., Orellana-Garcia, A., Bailetti, M., Capcha-Ramos, J., Quispe-Delgado, Y., & Arteaga, MC (2024). Mehr als 4 × 4: Paramotoring – ein neuartiger Ansatz zur Beschleunigung der Pflanzenerkundung in anspruchsvollen Umgebungen. Pflanzen, Menschen, Planet. https://doi.org/10.1002/ppp3.10571 (OA)
