Zu den Mechanismen, die die Auskreuzung bei Pflanzen fördern, gehören Selbstunverträglichkeit, Eingeschlechtlichkeit (Diözie), Dichogamie (zeitliche Trennung des sexuellen Ausdrucks) und Herkogamie (räumliche Trennung des sexuellen Ausdrucks); Diese Mechanismen unterscheiden sich jedoch in ihrer Wirksamkeit. Die erfolgreichsten Auskreuzungsformen sind Selbstunverträglichkeit und Zweihäusigkeit. Selbstinkompatibilität gilt als die häufigste Fortpflanzungsform in neotropischen Pflanzengemeinschaften und wird häufig mit mehrjährigen oder baumartigen Lebensformen in Verbindung gebracht. Im Gegensatz dazu sind selbstkompatible Arten krautige Arten, die häufig mit frühen Sukzessionsökosystemen oder gestörten Gebieten in Verbindung gebracht werden, in denen die Bestäuberfauna knapp und/oder ineffizient ist. Dichogamie und Herkogamie sind bei der Auskreuzung von Angiospermen weit verbreitet und spielen eine entscheidende Rolle für das erfolgreiche Funktionieren der Blüte. Durch diese Mechanismen wird eine Pollen-Stigma-Interferenz vermieden, die Selbstbefruchtung wird reduziert und die Fremdbestäubung wird aufgrund der nicht gleichzeitigen Präsentation von Pollen und Stigma gefördert. Studien zu Brutsystemen, Sexualsystemen, Dichogamie und Herkogamie in heterogener Vegetation, einschließlich Störungen, die sich in denselben geografischen Gebieten befinden, ermöglichen faire Vergleiche zwischen Pflanzengemeinschaften.

In einer kürzlich in AoBP veröffentlichten Studie Ramírez & Hokche Die Fortpflanzungssysteme, Sexualsysteme, Dichogamie und Herkogamie von sieben krautig-strauchigen Pflanzengesellschaften des Gran Sabana Plateaus in Venezuela wurden untersucht. Die Analyse berücksichtigte Lebensform, Substrattyp, Sukkulenz, Kohlenstoffmetabolismus, Nährstoffverhältnisse, Sukzessionsstadium, Bestäubungssystem und Endemismus der Pflanzenarten. Von den 348 untersuchten Pflanzenarten waren 73.8 % zwittrig, 16.9 % einhäusig und 9.2 % zweihäusig. Die untersuchten Pflanzengesellschaften zeigten vielfältige Fortpflanzungsstrategien, die mit Lebensform, Bestäubungssystem, Sukzessionsstadium, Endemismus, Vegetationsstruktur und Isolation der Gemeinschaften zusammenhingen. Hohe Raten an Fremdbestäubungsstrategien (Zweihäusigkeit, Einhäusigkeit, Nicht-Agamospermie, nicht-spontane Selbstbestäubung, Xenogamie und partielle Selbstinkompatibilität) traten hauptsächlich bei Gehölzarten aus Strauch- und Sekundärbuschland auf. Inzuchtstrategien (Nicht-Herkogamie, spontane Selbstbestäubung und partielle Kreuzungsunverträglichkeit) traten vorwiegend bei krautigen Lebensformen aus gestörten Pflanzengesellschaften auf. Die Autoren diskutieren diese Ergebnisse ausführlich im Kontext evolutionärer und ökologischer Trends.
