Angenehm oder nicht, der Duft einer Blume dient Bestäubern normalerweise als sensorischer Hinweis, der oft auf eine Art Belohnung hinweist, insbesondere auf Nektar. Blumendüfte werden von spezialisierten Strukturen produziert, die allgemein als Osmophore bezeichnet werden und sich hauptsächlich auf Blütenblättern und anderen Blumenorganen befinden. Blüten von Anacardiaceae und anderen Sapindales produzieren normalerweise Nektar, aber Duft wurde für Mitglieder dieser Familie und Ordnung überraschenderweise selten erwähnt. Allerdings Blumen der Art Anacardium demütig und Mangifera zeigt an produzieren einen starken süßen Duft. Eine aktuelle Studie von Tölke et al. und in AoBP veröffentlicht, untersucht die Herkunft und Zusammensetzung dieser Blumendüfte.

Blüten von Anacardium humile mit unauffälligen Linien auf den Blütenblättern, die der Position der Osmophoren entsprechen. Bildnachweis: E. Tölke et al.

Tölke et al. mittels Licht-, Raster- und Transmissionselektronenmikroskopie auf mögliche Osmophore untersucht und der Blütenduft mit Gaschromatographie-Massenspektrometrie charakterisiert. Bei beiden Arten zeigte die Basis jedes Blütenblatts spezialisierte sekretorische Epidermiszellen, die im Wesentlichen eine ähnliche Struktur aufweisen, sich jedoch von allen anderen benachbarten Zellen unterscheiden. Diese Zellen zeigten Hinweise auf granulokrine Sekretionsmechanismen und leichte Variationen in ihrem subzellulären Apparat, die mit der jeweiligen Zusammensetzung des Blütenduftes, der überwiegend aus Sesquiterpenen besteht, zusammenfielen A. demütig und Monoterpene ein M. indica. Diese Studie ist der erste Bericht über Osmophoren in Blüten der wirtschaftlich wichtigen Familie der Anacardiaceae. Es bestätigt das Vorhandensein von Osmophoren in zwei Gattungen, die strukturell ähnlich sind, und bestätigt die Verbindung zwischen den ultrastrukturellen Merkmalen sekretorischer Zellen und den von den Blüten produzierten flüchtigen Stoffen. Weitere Studien werden dazu beitragen, die Art und Vielfalt der Wechselwirkungen von nachtaktiven Blüten von Anacardiaceae und Sapindales mit ihren Bestäubern besser zu verstehen.

Forscher-Highlight

Elisabeth Tölke

Elisabeth Tölke erwarb einen BSc in Biologie (2010) und Pharmazie (2014) an der State University of Paraíba, Brasilien. 2018 promovierte sie in Pflanzenbiologie unter der Anleitung von Professor Sandra Maria Carmello-Guerreiro an der State University of Campinas, Brasilien. Im letzten Jahr ihrer Promotion absolvierte sie ein Praktikum an der Freien Universität Berlin, Deutschland, unter der Leitung von Professor Julien B. Bachelier.

Elisabeth ist Pflanzenmorphologin, die sich für das Studium sekretorischer Strukturen und ihrer Interaktion mit Bestäubern sowie ihrer Bedeutung in der Evolution und Systematik interessiert. Sie hat mit einheimischen brasilianischen Anacardiaceae gearbeitet und ihre sekretorischen Strukturen untersucht, darunter Nektarien, Osmophoren und Harzgänge. In letzter Zeit hat sie auch die Blütenentwicklung dieser Pflanzen untersucht, um die evolutionären Kräfte zu klären, die zur Diversifizierung dieser Familie geführt haben.