Ontogenetische Veränderungen in der Abwehr gegen Pflanzenfresser sind häufig und resultieren aus Schwankungen in der Ressourcenverfügbarkeit und Schäden durch Pflanzenfresser während der gesamten Pflanzenentwicklung. Es ist jedoch wenig über die gleichzeitigen Veränderungen mehrerer Abwehrkräfte über die gesamte Entwicklung von Pflanzen hinweg bekannt und wie sich solche Veränderungen auf Pflanzenschäden im Feld auswirken.

Ochoa-López et al. untersuchen, wie sich Abwehrmerkmale von Turnera velutina gleichzeitig über wichtige Übergänge der Pflanzenentwicklung hinweg verändern, und stellen fest, dass die ontogenetischen Verläufe der physikalischen, chemischen und biotischen Resistenz signifikant unterschiedlich sind und in mehreren Fällen gegensätzliche Muster zeigen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass defensive Trajektorien ein gemischtes Ergebnis von Vorhersagen der Optimal Defense Theory und der Growth-Differentiation Balance Hypothesis sind, und betonen die Bedeutung der Einbeziehung mehrerer Abwehrmechanismen und der Pflanzenontogenese in Studien zur Entwicklung der pflanzlichen Abwehr.
