Die Ergebnisse der natürlichen Hybridisierung sind unglaublich vielfältig und reichen von der hybriden Speziation bis zum Aussterben elterlicher Taxa. Verwaiste Hybridpopulationen oder -linien sind solche, die in Abwesenheit der Elterntaxa auftreten, was eine Herausforderung für das Verständnis ihrer Ursprünge darstellt. Sie können auf verschiedene Weise entstehen. Sie können durch Ausbreitung über das Verbreitungsgebiet der Elterntaxa hinaus entstehen. Die Hybridpopulationen können verwaist werden, indem sie das Verschwinden ihrer Vorfahren aus der Landschaft, durch genetische Überschwemmung oder Konkurrenzausschluss vorantreiben. In Nordamerika Aquilegia (allgemein bekannt als Akeleien) ist die interspezifische Hybridisierung ein bemerkenswertes evolutionäres Phänomen. Während ihrer natürlichen Verbreitung treten intergradierende Blütenformen häufig in Zonen auf, in denen sich die Artenbereiche überschneiden

Blüten der untersuchten Arten und Hybriden
Blüten von (a) Aquilegia formosa, (b) A. flavescens und (ch) Individuen aus einer verwaisten Hybridpopulation in British Columbia. Bildnachweis: Jeff Groh.

Eine aktuelle Studie von groh et al. und veröffentlicht in AoBP beschreibt die Untersuchung einer „verwaisten“ Hybridpopulation zwischen Akelei formosa und Akelei flavescens, zwei westnordamerikanische Taxa, in denen die letztgenannte Art sowohl lokal als auch regional fehlt. Die Autoren präsentieren Analysen der Blütenmorphologie, Kernbeimengung und mütterlich vererbten Plastidensequenz, um die Hybridität zu bestätigen und mögliche Ursprungsszenarien zu diskutieren. Pflanzen aus der Waisenhybridpopulation lagen im Durchschnitt zwischen typisch A. formosa und A. flavescens für die meisten untersuchten Phänotypen und zeigten Hinweise auf eine genetische Beimischung. Obwohl eine Pollenverbreitung über große Entfernungen nicht ausgeschlossen werden kann, wird dies vermutet A. flavescens hat möglicherweise früher die Region besetzt und ging lokal durch fortgesetzte genetische Assimilation mit Hybridindividuen verloren.

Forscher-Highlight

Jeff Groh

Jeff Groh schloss 2018 einen Honours Degree in Pflanzenbiologie an der University of British Columbia unter der Leitung von Dr. Quentin Cronk ab. Seine Bachelorarbeit konzentrierte sich auf lokale und regionale Hybridisierungsmuster in der Gattung Aquilegia. Während seiner Zeit an der UBC arbeitete Jeff auch in der Gruppe von Dr. Dolph Schluter, wo er die Evolutionsökologie des Dreistachligen Stichlings studierte. Im Jahr 2018 trat Jeff als Stipendiat der American Australian Association dem Ortiz-Barrientos-Labor an der University of Queensland bei, wo er derzeit parallele Anpassungen mit genomischen Ansätzen untersucht Senecio. Jeff wird ab 2019 an der UC Davis in Populationsgenetik promovieren. Jeff interessiert sich für Evolutionsgenetik und Evolutionsökologie und strebt danach, die Verbindungen zwischen mikroevolutionären Prozessen und breiten Mustern der Biodiversität zu erforschen.