
Die entscheidende Rolle der Wurzeln in der Pflanzenernährung und folglich in der Pflanzenproduktivität ist eine starke Motivation, das Wachstum und die Funktionsweise verschiedener Aspekte des Wurzelsystems zu untersuchen. Zahlreiche Studien zu Seitenwurzeln konzentrieren sich meist auf die physiologischen und molekularen Grundlagen von Entwicklungsprozessen. Leider wird weder den morphologischen Veränderungen, die die Bildung einer Seitenwurzel begleiten, noch den morphologischen Defekten, die in Seitenwurzelanlagen auftreten, wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Letztere werden bei einigen Mutanten und gelegentlich bei Wildtyp-Pflanzen beobachtet, können aber auch aus der Anwendung externer Faktoren resultieren.
Eine kürzlich kostenloser Übersichtsartikel in Annals of Botany diskutiert morphologische Aspekte der lateralen Wurzelverzweigung und untersucht Studien, die sich mit Entwicklungsänderungen in der lateralen Wurzelmorphologie befasst haben, um den Prozess der lateralen Wurzelentwicklung besser zu verstehen.
Unser Wissen über die molekularen Grundlagen der Seitenwurzelinitiation und -entwicklung hat in den letzten Jahrzehnten rapide zugenommen. Aufbauend auf diesen Fortschritten können wir versuchen, unser Wissen über die wahrscheinliche Beziehung zwischen Auxin und der Morphologie des Wurzelsystems zu erweitern, teilweise basierend auf den Auxin-verwandten Mutanten, deren Wurzelwachstum und -entwicklung im Vergleich zu Wildtyppflanzen verändert sind. Es ist jedoch wichtig, sich daran zu erinnern, dass die Seitenwurzel (wie auch andere Pflanzenorgane) als physisches Objekt auch charakteristische physikalische Eigenschaften hat. Eine Formänderung eines solchen Objekts impliziert entweder eine Änderung der Verteilung der mechanischen Spannung oder eine Änderung der mechanischen Eigenschaften. Die direkte Messung von beidem bleibt eine Herausforderung, hauptsächlich aufgrund technischer Schwierigkeiten. Die wenigen Berichte über die Untersuchung der mechanischen Parameter von Wurzelgeweben zeigen jedoch, dass keine Herausforderung in der Wissenschaft so groß ist, dass sie nicht angenommen wird.
