Die Familie Moraceae produziert a Vielfalt Arten von Blütenständen, von einfach bis hochkonzentriert und komplex, wie beim Feigen-Syconium, bei dem Blumen in einem geschlossenen, urnenförmigen Behälter enthalten sind, der selbst fruchtartig erscheint. Diese Reihe von Blütenständen nutzt verschiedene Bestäubungsmodi, darunter Wind und verschiedene Insekten wie Fliegen, Wespen und Mücken.

In einem neuen Artikel, erschienen in Annals of Botany, Hauptautorin Viviane Gonçalves Leite und Kollegen untersuchten die Blütenentwicklung von sechs verschiedenen Arten von Moraceae, jede aus verschiedenen Gattungen. Ihr Ziel war es festzustellen, ob Arten mit ähnlichen Bestäubungsarten auch dieselben Muster der Blütenstandsentwicklung zeigten. Das Team versuchte auch, aus phylogenetischer Sicht die wichtigsten Veränderungen zu bestimmen, die zur Evolution des Syconiums führten.

Schematische Zeichnungen fassen Informationen zu drei Entwicklungsstadien des Blütenstands zusammen und sind in einem aktuellen Kladogramm der Moraceae dargestellt. Quelle: Gonçalves Leite et al. 2021.

Ontogenetische Untersuchungen ergaben, dass die Blütenstandsentwicklung der sechs Arten selbst bei enger verwandten Arten sehr variabel war und dass die Variation ziemlich früh in der Entwicklung auftrat. Drei der untersuchten Arten, Maclura tinctoria, Morus nigra und Clarisia ilicifolia, bilden eine längliche Struktur, die sich zu einer Ähre, einem kugeligen Kopf oder einer ovalen Traube entwickelt. Die anderen drei, Brosimum gaudichaudii, Castilla elastica und Ficus Pertusa, bilden Blütenstände, die zunächst flach und scheibenförmig sind, später aber urnenförmig werden und die Blüten umhüllen. Selbst für diejenigen mit ähnlichen Bestäubungsarten folgten keine zwei Arten der gleichen Entwicklungssequenz.

Ficus Pertusa, die ein Syconium bildet, ist am engsten verwandt mit Brosimum gaudichaudii, und Castilla Elastica. Die Tatsache, dass alle drei zuerst flache, offene Blütenstände entwickeln, legt nahe, dass selektiver Druck, möglicherweise im Zusammenhang mit Prädation, die Umschließung der Blüten begünstigte. Castilla Elastica bildet drei verschiedene Arten von Blütenständen – einen scheibenförmigen Kopf, der von randständigen Hochblättern umschlossen ist, einen feigenartigen Blütenstand mit nur einer apikalen Öffnung als Öffnung, und einen zweischaligen Blütenstand, der ebenfalls von Hochblättern umschlossen ist. Obwohl diese Blütenstände nicht wie bei Feigen vollständig umschlossen sind, scheinen sie ein evolutionäres Übergangsstadium darzustellen.

„Eine so große Vielfalt der Blütenstandsarchitektur bleibt ein zu erforschendes Forschungsfeld“, schreiben die Autoren. „Die Hauptlücke ist immer noch das umfassende Verständnis der Struktur und Funktion dieser Blütenstände in der Familie, die durch Studien gefüllt werden könnte, die morphologische und ökologische Aspekte mit der Blütenstandsentwicklung in Beziehung setzen.“