Die Exine oder äußere Schicht eines Pollenkorns oder einer Spore ist in ihrer Struktur äußerst unterschiedlich. Jahrzehntelange Forschung hat versucht, die zugrunde liegenden Entwicklungsmechanismen zu entdecken, die zu der enormen Vielfalt von Pollen- und Sporenexinen führen. Die Organisation der Exine beginnt mit der Etablierung einer ausgefeilten Glykokalyx, einer Zellhülle, innerhalb derer die nachfolgende Akkumulation von Sporopollenin erfolgt.

Ontogenetische Studien unter Verwendung von Transmissionselektronenmikroskopie von über 30 Arten aus vielen verschiedenen Gruppen haben gezeigt, dass die Sequenz von Strukturen, die während der Entwicklung des Exins beobachtet werden, der Sequenz von selbstorganisierenden mizellaren Mesophasen (einschließlich Flüssigkristallen) entspricht, die bei steigenden Konzentrationen von Tensiden beobachtet werden. Dies legt nahe, dass die Selbstorganisation eine wichtige Rolle bei der Bestimmung des Exine-Musters spielt.
Einige Muster, die getrennten Schichten von Sporen- und Pollenkornwänden ähneln, wurden experimentell erhalten, in vitro, durch Selbstmontage. Um diese Idee zu verankern, mussten jedoch Columellate und granulierte Exine, die am weitesten verbreiteten Formen, experimentell simuliert werden.
Gabarayeva und Kollegen bereiteten Mischungen von Substanzen vor, die denen bekanntermaßen im periplasmatischen Raum sich entwickelnder Mikrosporen vorkommen, und ließen die Mischungen dann für bestimmte Zeiträume ungestört, damit der Prozess der Selbstorganisation ablaufen konnte. Sie entwickelten ihre Methode weiter, indem sie neue Substanzen verwendeten, die denen im periplasmatischen Raum analog waren, und die Experimente in einer dünnen Schicht durchführten, die den Abmessungen des periplasmatischen Raums näher kam.
Ihre Ergebnisse zeigen, dass einfache physikalisch-chemische Wechselwirkungen in der Lage sind, Muster zu erzeugen, die denen ähneln, die in Exinen gefunden werden, was die Idee unterstützt, dass die Entwicklung von Exinen in der Natur ein Zusammenspiel zwischen dem Genom und der Selbstorganisation beinhaltet.
