
Gynodioecy (Koexistenz von Weibchen und Hermaphroditen) ist ein Sexualsystem, das in zahlreichen Blütenpflanzen vorkommt. Daher ist es von großer Bedeutung, die Merkmale zu verstehen, die sich auf seine Aufrechterhaltung auswirken. Modelle gehen davon aus, dass Weibchen gegenüber Hermaphroditen einen Vorteil in der Samengesundheit haben müssen, und dies kann durch die Qualität oder Quantität des Samens erreicht werden. Weibchen in einer Population von Fragaria vesca subsp. bracteata, eine langlebige gynodiözische Staude, weisen keinen Vorteil in der Samenmenge auf, so eine aktuelle Studie in Annals of Botany untersuchten, ob Weibchen durch mütterliche Geschlechtseffekte oder die Vermeidung von Inzuchtdepressionen (IBD) qualitativ besseres Saatgut produzierten.
Die Ergebnisse zeigen, dass die Nachkommen von Weibchen mit größerer Wahrscheinlichkeit unter günstigen Bedingungen keimen und in rauen Ressourcenumgebungen überleben als ausgezüchtete Nachkommen von Hermaphroditen. IBD war in den meisten Lebensstadien gering, und sowohl die Wirkung des mütterlichen Geschlechts auf die Qualität der Nachkommenschaft als auch die Ausprägung von IBD hingen sowohl von der mütterlichen Familie als auch von der Ressourcensituation der Nachkommenschaft ab.
In dieser Studie hing die Wirkung von mütterlichem Geschlecht und IBD auf die Qualität der Nachkommenschaft von den Ressourcenbedingungen, der mütterlichen Abstammung und dem Lebensstadium der Nachkommenschaft ab. In Verbindung mit bekannten fehlenden Unterschieden in der Samenmenge dürften die hier beobachteten Qualitätsvorteile und IBD zur Aufrechterhaltung der Gynodiözese bei nuklearer Vererbung männlicher Sterilität dennoch nicht ausreichen. Dies bedeutet, dass weitere Forschungen durchgeführt werden müssen, bevor wir endgültige Schlussfolgerungen über die Mechanismen ziehen können, durch die Weibchen in vielen Pflanzenarten erhalten bleiben.
