Guterres-Pazin und Kollegen entdeckten, dass Amazonien Seekühe fungieren als wichtige Samenverbreiter in den Überschwemmungsgebieten des Amazonas. Diese Entdeckung unterstreicht die ökologische Bedeutung dieser sanften Riesen und die Notwendigkeit ihres Schutzes.

Die Forscher analysierten 96 Kotproben von Seekühen, die während einer extremen Dürre im Oktober 2023 aus dem Amanã-See gesammelt wurden. Sie fanden in den Proben lebensfähige Samen und sogar Setzlinge verschiedener Wasserpflanzen. Die häufigste Art war Luziola spruceana, ein Gras, das in Zeiten mit niedrigem Wasserstand schnell wächst.

Um die Keimfähigkeit der Samen zu bestimmen, verwendete das Team einen speziellen Farbstofftest. Außerdem beobachteten sie, wie Setzlinge direkt aus den Fäkalien wuchsen. Dies beweist, dass Seekühe während ihrer saisonalen Wanderungen Samen über weite Strecken transportieren können und Pflanzen so dabei helfen, neue Gebiete zu besiedeln.

Die Studie baut auf früheren Untersuchungen über die Ernährung und Migrationsmuster von Seekühen auf. Sie enthüllt eine neue ökologische Rolle dieser Tiere und zeigt, dass sie auf eine Weise zur Pflanzenvielfalt und Gesundheit des Ökosystems beitragen, die wir bisher nicht vollständig verstanden haben.

Die Synchronisierung der Fruchtbildung krautiger Pflanzen und des Wanderverhaltens der Seekühe mit dem Flutimpuls erleichtert die Verbreitung der Samen in den verschiedenen Lebensräumen des Amazonas. So tragen die Amazonas-Seekühe nicht nur zu ihrer anerkannten Rolle bei der Düngung von Wasser und Boden und der Stimulierung der Pflanzenproduktivität bei, sondern tragen auch wesentlich zum Erhalt und zur genetischen Vielfalt der Wasserpflanzen bei.

Gil Guterres-Pazin, M., Lopes, A., Pazin, VFV, Garcia de Santana, D., Marmontel, M., Fernandez Piedade, MT (2024). Ein gigantischer Gärtner der Überschwemmungsgebiete: Die Amazonas-Manati. Journal for Nature Conservation, 126708. https://doi.org/10.1016/j.jnc.2024.126708 ($)


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