Mehr als 85 % der Blütenpflanzenarten sind auf die Dienste von bestäubenden Tieren angewiesen, um ihre männlichen Gameten (Pollen) auf die Narben potenzieller Partner zu übertragen. Die überwiegende Mehrheit (95–99 %) der von einer Pflanze produzierten Pollenkörner befruchtet jedoch keine Samenanlagen, sondern geht im komplexen und oft chaotischen Prozess des Pollentransports verloren. Beispielsweise fallen Pollenkörner zu Boden, wenn der Bestäuber Pollen aufnimmt oder von starken Windböen erfasst wird. Andere Körner werden zwar vom Bestäuber aufgenommen, gelangen aber dann in Pollenbehälter oder an andere Orte, wo sie keinen Kontakt mehr zu den Narben potenzieller Partner haben. Wieder andere Pollenkörner werden von Pollen rivalisierender Männchen bedeckt, die der Bestäuber später besucht. Neuere Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Blütenpflanzen zahlreiche Mechanismen entwickelt haben, um die Effizienz des Pollentransports zu steigern.

Eine neue Rezension von Minar et al. im Annals of Botany Die Studie untersucht den komplexen „Weg zur Vaterschaft“ bei Blütenpflanzen und beleuchtet die Evolution von Bestäubungsstrategien, die den Fortpflanzungserfolg der Männchen begünstigen. Insbesondere beschreiben die Autoren die Körper der Bestäuber als Arenen des Pollenwettbewerbs, in denen rivalisierende Männchen den Pollen der Konkurrenten ständig bedecken oder verdrängen. Diese Arbeit liefert wichtige neue Erkenntnisse darüber, wie sexuelle Selektion in Blütenpflanzenpopulationen wirkt. Die Studie ist mit zahlreichen beeindruckenden Fotos des Bestäubungsprozesses hervorragend illustriert.
