Einheimische und gebietsfremde Bäume sind mit einer Vielzahl nützlicher Pilze verbunden, aber die wenigen Studien zu diesen Wechselwirkungen konzentrieren sich in der Regel nur auf wenige Pflanzenarten oder Standorte gleichzeitig. Dieser Ansatz schränkt das umfassende Verständnis funktionaler Verschiebungen und Änderungen in der Interaktionsnetzwerkstruktur ein, die nach der Einführung auftreten können. Eine Ektomykorrhiza-Pilzart kann mit mehreren, möglicherweise entfernt verwandten Pflanzenarten assoziieren. Dies bedeutet, dass das Vorhandensein einer Pflanzenart eine Pilzpopulation unterstützen kann, die als Inokulum dient und die Etablierung einer zweiten Pflanzenart erleichtert. Die Interaktionen fremder Bäume durch gemeinsam genutzte Gegenseitigkeitsarten können daher durch die Netzwerktheorie analysiert werden.

In einer in AoBP veröffentlichten Studie (in der Sonderausgabe zu Evolutionary Dynamics of Tree Invasions) Dickie et al. Untersuchen Sie Pflanzen-Pilz-Interaktionsnetzwerke unter Verwendung von zwei umfangreichen Datensätzen, die aus Pilzsporokarp-Beobachtungen und aufgezeichneten Pflanzenwirten in zwei Inselarchipelnationen stammen: Neuseeland (NZ) und dem Vereinigten Königreich (UK). In Neuseeland sind Pilze auf gebietsfremden Bäumen funktionell weniger vielfältig als solche, die mit einheimischen Pflanzen assoziiert sind, während es im Vereinigten Königreich keinen funktionellen Unterschied zwischen Pilzpartnern gebietsfremder und einheimischer Pflanzengattungen gibt. Sowohl in Neuseeland als auch im Vereinigten Königreich ist die Struktur des Pflanzen-Pilz-Interaktionsnetzwerks jedoch vereinfacht und „verschachtelt“, was darauf hindeutet, dass nützliche Pilze, die von gebietsfremden Bäumen beherbergt werden, dazu beitragen können, eine weitere Bauminvasion zu erleichtern. Ob dies durch Pilzmerkmale (z. B. Mangel an wirtsspezifischen Pilzen; erweitertes Wirtsspektrum) oder Habitattreiber (z. B. Pflanzen in atypischen Böden) verursacht wird, erfordert eine genauere Untersuchung, um es aufzuklären. Unabhängig von der Ursache kann die gemeinsame Nutzung von symbiotischen Pilzen unter fremden Bäumen wichtige Auswirkungen auf den Invasionsprozess haben, wenn Baumarten, die Pilzpartner teilen, sich gegenseitig unterstützen.
