Was macht einen Wirtsbaum attraktiver für Epiphyten, also Pflanzen, die auf anderen Pflanzen wachsen? Eine Studie von Komada und Kollegen über Katsura-Bäume in Japan sagt, es sei die Größe. Sie erwarteten, dass größere Bäume mehr Arten beherbergen, stellten aber auch fest, dass der Anteil zufälliger Epiphyten mit zunehmender Größe der Bäume zunahm. Das Ergebnis hilft zu erklären Wie Waldstrukturen zur Erhaltung der Pflanzenvielfalt beitragen können.
Das Team stellte fest, dass es sich bei fast 80 % der Pflanzen um zufällige Epiphyten handelte, also um Pflanzen, die auf dem Boden wachsen. Die Botaniker wollten wissen, welche Eigenschaften einen Wirtsbaum zu einem geeigneten Zuhause für eine solche Pflanze machen. Normalerweise war die Antwort Moos. Über 80 % der Pflanzen nutzten Moos als Substrat für ihre Wurzeln, einige Pflanzen benötigten jedoch Baumerde.
Die Umfrage war das Ergebnis der Analyse von 8 Cercidiphyllum japonicum Bäume am Untersuchungsort. Komada und Kollegen identifizierten die Art jedes Epiphyten, den sie auf dem Wirtsbaum wachsen sahen. Sie dokumentierten auch das Substrat an den Wurzelpunkten. Anschließend analysierten sie statistisch die Beziehungen zwischen Baumgröße und Epiphytengemeinschaften.
Die Untersuchung ist deshalb interessant, weil sie vollständig in einem gemäßigten Wald durchgeführt wird. Die Autoren weisen darauf hin, dass die meisten Epiphytenstudien in tropischen Wäldern durchgeführt werden. Dies kann zu einer großen Anzahl zufälliger Epiphyten führen. Die größeren Bäume mit ihren komplizierten Körperbauplänen bieten außerdem ein breites Spektrum an Umweltbedingungen, was darauf schließen lässt, dass alte Bäume eine bemerkenswerte Rolle beim Schutz der Artenvielfalt in gemäßigten Wäldern spielen könnten.
Komada, N., Azuma, W. A., Ogawa, Y. et al. 2024. Auswirkungen der Wirtsgröße und der Substrattypen auf die Verbreitung von zufälligen und obligaten Epiphyten: eine Fallstudie in einem gemäßigten Wald Japans. Plant Ecology. https://doi.org/10.1007/s11258-024-01460-3 (OA)
