Speziation wird oft als Kontinuum beschrieben, von geringfügiger Divergenz der Populationen bis zur vollständigen reproduktiven Isolation zwischen den Arten. Die Populationsdivergenz innerhalb einer Art kann Aufschluss über die ersten Schritte der Speziation und die ihr zugrunde liegenden Mechanismen geben.

 Blüte von Iris atropurpurea in NET-Population und Verbreitungskarte von I. atropurpurea.
(A) Blüte von Iris atropurpurea in NET-Population. (B) Verbreitungskarte von I. atropurpurea. Alle bekannten Populationen sind als Punkte markiert. Rote Punkte stellen ausgestorbene Populationen dar. Kreise kennzeichnen die in dieser Studie verwendeten Populationen und ihre Codes. (C) Blüten von I. atropurpurea, abgedeckt, um natürliche Bestäubung zu verhindern. (D) Unreife Samen von I. atropurpurea, die die Bandbreite der Samengrößen darstellen. (E) Unreife Samen in einer Kapsel. Sechs der Samen (mit Pfeilen markiert) sind lebensfähig.

Yardeni et al. zeigen, dass die ökologische Divergenz von Iris atropurpurea Populationen ist mit teilweiser reproduktiver Isolation verbunden. Sie finden kein räumliches Muster der reproduktiven Isolation, was darauf hindeutet, dass bei dieser Art die ökologische Differenzierung gegenüber der Isolation nach Entfernung und reduziertem Genfluss vorherrscht. Diese Ergebnisse haben auch Auswirkungen auf das Naturschutzmanagement und die genetische Rettung der stark fragmentierten und gefährdeten Arten I. atropurpurea.