Johnsongrass, ein mehrjähriger Eindringling auf sechs Kontinenten, ist sowohl in landwirtschaftlichen als auch in nichtlandwirtschaftlichen Lebensräumen in den Vereinigten Staaten etabliert. Johnsongrass stammt ursprünglich aus dem Nahen Osten und wurde erstmals in den 1820er Jahren als Futterpflanze in den USA eingeführt, obwohl es schnell unkrautig und invasiv wurde.

Johnsongrass weist in seinem breiten eingeführten Sortiment dramatische genetische und phänotypische Variationen auf. Während ein Teil seines Erfolgs durch phänotypische Plastizität erklärt werden kann, gibt es Grund zu der Annahme, dass im Laufe der Zeit auch ein unterschiedlicher Selektionsdruck zwischen Lebensräumen als ökotypische Differenzierung aufgetreten ist, beispielsweise können sich landwirtschaftliche Populationen von nichtlandwirtschaftlichen Populationen unterscheiden.

Ein dichter Johnsongrass-Bestand, der Rispen in der späten Anthese bis zur frühen Samenbildung sowie eine charakteristisch hervorstehende Mittelrippe der Blätter aufweist. Bildnachweis: V. Lakoba.

In ihrer jüngsten Veröffentlichung in AoBP, Lakoba & Barney testeten die Anpassung an Wasser- und Nährstoffstress in fünf nicht landwirtschaftlichen und fünf landwirtschaftlichen Populationen des Johnsongrass (Sorghum halepense), die in den USA in einem breiten Spektrum von Klimazonen abgetastet wurden. Sie fanden heraus, dass Niederschläge und Bodenfruchtbarkeit vom Herkunftsort der Population die Dürreanpassung vermittelten, während letztere auch den gegensätzlichen Chlorophyllgehalt von landwirtschaftlichen und nichtlandwirtschaftlichen Ökotypen beeinflusste.

Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass bei der Etablierung dieser invasiven Art gleichzeitig eine schnelle Anpassung an Klima, Bodenfruchtbarkeit und Landnutzung stattfand. Bemerkenswerterweise zeigte der nicht landwirtschaftliche Ökotyp, der nach intensiver Bewirtschaftung von Ackerland entstand, eine stärkere Anpassung an nährstoffarme Böden. Leider deutet dies darauf hin, dass invasive Pflanzen bereit sind, in Zukunft neue Lebensräume innerhalb ihrer eingeführten Verbreitungsgebiete anzunehmen, was zu Komplikationen bei der Verhinderung und Bewältigung ihrer Ausbreitung führt.