Viele seltene oder eng verbreitete Arten weisen ein geringes Maß an genetischer Vielfalt auf, während Arten mit größeren geografischen Verbreitungsgebieten eine erhöhte Vielfalt aufweisen. Arten, die an der Grenze der Verbreitung ihrer jeweiligen Gattungen leben, haben normalerweise kleinere und stärker fragmentierte Populationen und können feste lokal angepasste Allele haben. Für diese eng verteilten Taxa wurden unterschiedliche genetische Muster nachgewiesen, von denen viele die Seltenheit mit der Evolutionsgeschichte und dem historischen Klimawandel in Verbindung bringen. Nicht wenige Arten in jungen Gattungen sind endemisch und haben mehrere Populationen, die eine geringe Variabilität aufweisen, was manchmal auf geografische Isolation oder Ausbreitungsprozesse zurückgeführt wird. Die Bewertung der genetischen Vielfalt und Struktur solcher Arten kann wichtig sein, um sie zu schützen und ihre Diversifizierungsgeschichte zu verstehen.

Petunia mantiqueirensis und Calibrachoa elegans sind zwei endemische und seltene Arten, die in isolierten Gebieten am Rande der Verbreitung ihrer jeweiligen Gattungen wachsen. Bildnachweis: Backes et al.

In einem kürzlich erschienenen Editor's Choice-Artikel in AoBP, Backes et al. verwendeten Mikrosatellitenmarker und Plastidensequenzen, um das Ausmaß der genetischen Variation und die Populationsstruktur von zwei endemischen und eingeschränkten Arten zu charakterisieren (Petunia mantiqueirensis und Calibrachoa elegans) in hoch gelegenen brasilianischen Wäldern. Beide Arten wachsen in isolierten Gebieten am Rande der Verbreitung ihrer jeweiligen Gattungen. Plastiden- und Kerndiversitäten waren in ihren Populationen gering und schwach strukturiert. Evolutionsszenarien für beide Arten sind kompatibel mit Freilandexpansionen während der Interglazialperioden des Pleistozäns, und die genetische Variabilität unterstützt Gründereffekte, um die Diversifizierung zu erklären. Beide Arten leiden unter Lebensraumverlust und weitere Veränderungen in der Umwelt könnten diese Arten zum Aussterben bringen. Abschließend schlagen die Autoren dringende Erhaltungsstrategien vor, um diese beiden bedrohten Arten zu retten. Vor OrtIm Extremfall ist jedoch eine Konservierung erforderlich ex situ Eingriffe (zB Gründung einer Saatgutbank) durchgeführt werden könnten. Weitere Studien dieser beiden Arten werden dazu beitragen, einen effizienten Erhaltungsplan zu erstellen.