Die Baumphänologie prägt Epiphytengemeinschaften von der Blattphysiologie bis zur Zusammensetzung der Gemeinschaft (Foto: Helena Einzmann)
Die Baumphänologie prägt Epiphytengemeinschaften von der Blattphysiologie bis zur Zusammensetzung der Gemeinschaft (Foto: Helena Einzmann)

Die Prozesse, die verschiedene tropische Pflanzengemeinschaften steuern, wurden bei anderen Lebensformen als Bäumen selten untersucht. Strukturabhängige Gefäßepiphyten, ein großer Teil der tropischen Artenvielfalt, wachsen in einer dreidimensionalen Matrix, die von ihren Wirten definiert wird. Diese Wirtsbäume unterscheiden sich jedoch in vielerlei Hinsicht, nicht zuletzt in der Blattphänologie. In einer aktuellen Studie veröffentlicht in AoB PLANTS, Einzmannet al. stellten die Hypothese auf, dass Unterschiede in den mikroklimatischen Bedingungen in immergrünen und laubabwerfenden Bäumen Epiphyten auf verschiedenen Ebenen beeinflussen würden, von der Organphysiologie bis zur Gemeinschaftsstruktur. Tatsächlich fanden sie heraus, dass Laubbaumarten weniger häufig vorkommende und artenärmere Epiphyten-Ansammlungen beherbergten. Physiologisch unterschieden sich Epiphyten-Ansammlungen im Anteil von CAM-Arten und -Individuen sowie in SLA und δ13C-Werte. Auch auf demografischer Ebene, dh bei Wachstums- und Überlebensraten, waren Effekte nachweisbar. Ihre Ergebnisse deuten somit auf einen kaskadierenden Effekt der Baumzusammensetzung und der damit verbundenen Unterschiede in der Baumphänologie auf die Diversität und Funktionsweise von Epiphytengemeinschaften in tropischen Tieflandwäldern hin.