Forscher kanadischer Universitäten haben herausgefunden, dass Herbarexemplare trotz geringerer Anzahl erfassen mehr Pflanzenvielfalt als wissenschaftliche Beobachtungen der Gemeinschaft von Apps wie iNaturalist. Dieses Ergebnis unterstreicht das ungenutzte Potenzial der Digitalisierung der verbleibenden 7.3 Millionen nicht digitalisierten Herbarexemplare Kanadas.
Eckert und seine Kollegen untersuchten, wie gut Herbarbelege und iNaturalist-Beobachtungen die Vielfalt und Verbreitung der kanadischen Pflanzenwelt wiedergeben. Sie fanden heraus, dass Herbarbelege, obwohl nur ein Drittel so zahlreich, die taxonomische, evolutionäre und funktionelle Vielfalt kanadischer Pflanzen besser wiedergeben. Herbarbelege stellten auch die Umweltpräferenzen der Arten besser dar, was für die Vorhersage, wie Pflanzen auf den Klimawandel reagieren könnten, von entscheidender Bedeutung ist.
Die Forscher verwendeten fortschrittliche statistische Techniken, um zu vergleichen, wie gut jeder Datentyp die Pflanzenvielfalt repräsentierte. Sie untersuchten auch, wie eine zunehmende Datenverfügbarkeit unsere Fähigkeit verbessern könnte, die Pflanzenverteilung in Kanada zu modellieren, was für die Naturschutzplanung von entscheidender Bedeutung ist.
Interessanterweise ergab die Studie, dass die Digitalisierung der verbleibenden Herbarbelege Kanadas unsere Fähigkeit, die Verbreitung von Pflanzen genau zu modellieren, potenziell verfünffachen könnte. Um ähnliche Ergebnisse zu erzielen, wären über 27 Millionen zusätzliche iNaturalist-Beobachtungen erforderlich, was die Effizienz von Herbarbelegen unterstreicht.
Diese Forschung baut auf früheren Arbeiten auf, die zeigen der Wert naturhistorischer Sammlungen zum Verständnis von Biodiversitätsmustern. Es betont die Bedeutung von Investitionen in die Digitalisierung vorhandener Exemplare neben den Bemühungen, durch gemeinschaftliche Wissenschaftsinitiativen neue Beobachtungen zu sammeln.
Eckert, I., Bruneau, A., Metsger, D. A., Joly, S., Dickinson, T. A. & Pollock, L. J. (2024). Herbariumsammlungen bleiben auch im Zeitalter der Bürgerwissenschaft unverzichtbar. Nature Communications, 15, 7586. https://doi.org/10.1038/s41467-024-51899-1
