Abstract:
Trotz der Bedeutung der Entdeckung von Arten sind die Prozesse, einschließlich des Sammelns, Erkennens und Beschreibens neuer Arten, kaum verstanden. Es werden Daten für Blütenpflanzen präsentiert, die die Verzögerung zwischen dem Datum, an dem ein Exemplar einer neuen Art zum ersten Mal gesammelt wurde, und dem Datum, an dem es anschließend beschrieben und veröffentlicht wurde, quantitativ messen. Die zwischen 1970 und 2010 veröffentlichten Daten unserer Stichprobe neuer Arten zeigen, dass nur 16 % innerhalb von fünf Jahren nach der Ersterfassung beschrieben wurden. Die Beschreibung der verbleibenden 84 % bezog sich auf viel ältere Exemplare, wobei fast ein Viertel der neuen Artenbeschreibungen auf Exemplare über 50 Jahre zurückgingen. Eine Extrapolation dieser Ergebnisse legt nahe, dass von den geschätzten 70,000 noch zu beschreibenden Arten bereits mehr als die Hälfte gesammelt und in Herbarien aufbewahrt werden. Bemühungen, Finanzierung und Forschungsschwerpunkt sollten daher ebenso auf die Untersuchung von vorhandenem Herbarmaterial wie auf das Sammeln von neuem Material auf dem Gebiet gerichtet sein.

DP Bebber et al. (2010) Herbarien als wichtige Quelle für die Artenentdeckung. PNAS USA doi:10.1073/pnas.1011841108

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